Die Türkei steht vor einer massiven Ausweitung ihres Hochgeschwindigkeitsnetzes. Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu hat nun einen konkreten Zeitplan für die Fertigstellung mehrerer Großprojekte verkündet. Demnach soll sich die Zahl der direkt an das Hochgeschwindigkeitsnetz angebundenen Provinzen bis zum Jahr 2028 mehr als verdoppeln.
Gegenwärtig sind elf Städte direkt an das YHT-Netz (Yüksek Hızlı Tren) angeschlossen. Mit dem Abschluss der laufenden Bauarbeiten soll diese Zahl in den kommenden Jahren auf 27 steigen. Dies gab Uraloğlu bei der Eröffnung des YHT-Bahnhofs Pamukova und der Alifuatpaşa-Brückenkreuzung bekannt.
Vier Korridore im Fokus
Der Fokus der Bauarbeiten liegt derzeit auf vier zentralen Streckenabschnitten. Im Einzelnen nannte der Minister die Linien Halkalı-Kapıkule (Istanbuls europäische Seite bis zur bulgarischen Grenze), Ankara-İzmir, Bandırma-Bursa-Yenişehir-Osmaneli sowie Mersin-Adana-Osmaniye-Gaziantep. Durch diese Projekte werden künftig Metropolen und Provinzen wie Izmir, Bursa, Balikesir, Canakkale, Mersin, Adana, Osmaniye und Gaziantep Teil des Hochgeschwindigkeitskorridors.
Der Minister bezifferte das Volumen der momentan im Bau befindlichen Strecken auf landesweit rund 5.000 Kilometer. „Wir arbeiten derzeit an rund 5.000 Kilometern Strecke. Bis 2028 wollen wir 3.000 Kilometer davon fertigstellen und in Betrieb nehmen”, so Uraloğlu. Mit der Fertigstellung dieses 3.000 Kilometer langen Netzes werde das direkte Hochgeschwindigkeitsangebot dann für 27 Provinzen verfügbar sein.
114 Millionen Fahrgäste seit Start
Das Hochgeschwindigkeitszeitalter in der Türkei begann im Jahr 2009 mit der Inbetriebnahme der Strecke zwischen Ankara und Eskişehir. Seitdem hat das System nach offiziellen Angaben mehr als 114 Millionen Passagiere befördert. Neben den elf direkt verbundenen Städten profitieren laut Uraloğlu bereits jetzt mehr als 20 Städte indirekt vom Hochgeschwindigkeitsverkehr, da sie an regionale Zubringer angebunden sind.
Die Pläne der Regierung reichen jedoch weit über das Jahr 2028 hinaus. Als langfristige Vision bekräftigte der Minister das Ziel, bis zum Jahr 2053 ein nationales Schienennetz von insgesamt 28.500 Kilometern zu etablieren. „Als Volksallianz werden wir ohne Unterlass unseren Weg fortsetzen. Im Jahr 2053 werden wir die Möglichkeit haben, die Türkei innerhalb von 48 Stunden auf einem 28.500 Kilometer langen Schienennetz zu durchqueren”, erklärte Uraloğlu.