Die Türkei hat im Jahr 2025 weltweit den zweiten Platz bei Schengen-Visaanträgen belegt. Das geht aus aktuellen Daten der Europäischen Union hervor. Nur China verzeichnete mehr Anträge.
Insgesamt stellten Antragsteller aus der Türkei rund 1,2 Millionen Visaanträge. Damit liegt das Land hinter China mit 1,8 Millionen Anträgen und vor Indien mit etwa 1,1 Millionen.
Mehr als eine Million der türkischen Anträge wurden laut EU-Angaben genehmigt. 736.556 dieser Visa wurden als Mehrfacheinreise-Visa ausgestellt. Die Ablehnungsquote für türkische Antragsteller lag demnach bei 14,6 Prozent.
Beliebteste Reiseziele innerhalb des Schengen-Raums
Innerhalb des Schengen-Raums war Griechenland das am häufigsten beantragte Zielland für türkische Staatsbürger. Insgesamt gingen dort 310.920 Anträge ein. Deutschland folgte mit 217.627 Anträgen auf Platz zwei.
Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein Anstieg: Die Zahl der Anträge aus der Türkei nahm weiter zu, ebenso wie die Nachfrage nach Reisezielen in Europa.
Visa-Problematik bleibt politisches Thema
Trotz der hohen Genehmigungsquote bleiben Visa-Prozesse zwischen der Türkei und der EU ein politisch sensibles Thema. Seit Jahren stocken Gespräche über eine vollständige Visaliberalisierung.
Als Zwischenlösung hat die EU eine sogenannte „Cascade-Regelung“ eingeführt, die bei zuverlässiger Visa-Nutzung schrittweise längere und mehrfach nutzbare Visa ermöglicht.
Die türkische Seite drängt weiterhin auf eine Erleichterung der Visaverfahren und eine langfristige Visafreiheit für ihre Bürger. Gleichzeitig betont die EU, dass weiterhin technische und politische Kriterien erfüllt werden müssten, bevor Fortschritte in dieser Frage möglich seien.