Türkei: Visakrise wächst, Reisetouren werden abgesagt

(Bildquelle: Hürriyet)
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27.03.2024 – 17:00 Uhr

Neben dem Tourismus hat die Zahl der türkischen Staatsbürger, die kein Visum für Geschäfts-, Kunst-, Gesundheits-, Sport-, Kultur- oder Bildungszwecke erhalten, 60 – 70 Prozent erreicht, so Mehmet Çalışkan, Präsident des Verbandes der Visa-Agenturen. Auch Reisebüros seien nicht in der Lage, Termine mit den Visabearbeitungsunternehmen in den Konsulaten und Botschaften zu vereinbaren. Bei Asylbewerbern und Geflüchteten mit grauen Pässen würden die meisten Anträge abgelehnt und die gezahlten Gebühren zwischen 180 und 230 Euro ins Nichts gehen.

In Ankara wurde die “Visa Agencies Association” gegründet, um das Visaproblem zu lösen. Mehmet Çalışkan, Präsident des Verbandes der Visa-Agenturen, erklärte gegenüber SÖZCÜ: “Termine werden verkauft, das Geschäft ist außer Kontrolle geraten. Ich bin seit 25 Jahren in diesem Geschäft, eine solche Phase haben wir noch nie erlebt.”

Çalışkan äußerte sich wie folgt: “Nach der Pandemie begann die Intensität der Visumverfahren, und dann stiegen die Ablehnungsraten. Jetzt besteht das größte Problem darin, einen Termin mit den Unternehmen zu vereinbaren, denen die Botschaften und Konsulate die Visumverfahren übertragen haben. Selbst wenn ein Termin über das Internet vereinbart wird, ist er sofort ausgebucht und wird Monate später wieder verschoben.”

Auch Reisebüros seien in Schwierigkeiten, weil sie keine Visa für ihre Kunden bekommen können und deshalb Touren absagen müssten. Preise ab 80 Euro als Standard steigen auf 180-230 Euro mit Versandgebühren, Servicegebühren usw., und wenn die Botschaft kein Visum ausstelle, sei auch dieses Geld verbrannt, so Çalışkan.