Türkei: Video von überfahrenem Hund geteilt – “Mardins Marilyn Monroe” nach 27 Tagen Gefängnis wieder frei

Bilder: DHA
13.02.2026 – 17:00 Uhr

Mardin (DHA) – Die als „Mardinli Marilyn Monroe“ bekannte Melek Akarmut (50) ist nach 27 Tagen aus der Haft entlassen worden. Sie war wegen „Verletzung der Privatsphäre“ zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem sie Videoaufnahmen veröffentlicht hatte, die zeigen sollen, wie ein Taxifahrer einen auf dem Gehweg schlafenden Hund überfuhr.

Der Vorfall ereignete sich am 26. Mai 2024 im Bezirk Artuklu. Ein Taxifahrer parkte demnach teilweise auf dem Gehweg, nahm einen Fahrgast auf und fuhr dabei über einen dort schlafenden Hund. Der Moment wurde von einer Kamera aufgezeichnet. Gegen den Taxifahrer wurde später wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eine Geldstrafe verhängt.

Akarmut veröffentlichte die Aufnahmen aus der Überwachungskamera ihres Geschäfts in den sozialen Medien und kritisierte den Vorfall. Daraufhin erstattete der Taxifahrer Anzeige gegen sie wegen Verletzung der Privatsphäre. Das Gericht verurteilte Akarmut zu zwei Jahren Haft. Am 15. Januar trat sie ihre Strafe in der offenen Justizvollzugsanstalt Elazığ an.

„Er hat meinen Hund zweimal überfahren“

Nach ihrer Freilassung schilderte Akarmut den Vorfall und die Haftzeit. Sie erklärte, der Fahrer habe den Hund beim Zurücksetzen sogar ein zweites Mal überfahren. Eine Behandlung des Tieres habe er nicht übernommen.

Zudem habe der Taxifahrer im Rahmen eines möglichen Vergleichs 100.000 Lira gefordert. „Hätte ich das Geld bezahlt, wäre ich nicht ins Gefängnis gegangen“, sagte Akarmut. „Er begeht mehrere Vergehen, aber ich habe die Strafe verbüßt.“

Die 50-Jährige engagiert sich nach eigenen Angaben für Straßenhunde und betreibt ein Tierheim für Katzen, das sie aus den Einnahmen ihres Geschäfts finanziert.

Von ihrer überraschenden Entlassung habe sie erst im Gefängnis erfahren. „Als sie meinen Namen aufriefen und sagten, ich werde entlassen, stand ich unter Schock. Ich fiel auf die Knie und weinte“, berichtete sie.

Akarmut kündigte an, sich weiterhin für Tiere einsetzen zu wollen. (DHA)