Türkei verschärft Schul-Sicherheitsmaßnahmen nach tödlichen Angriffen

17.04.2026 – 12:00 Uhr

Nach den jüngsten tödlichen Angriffen in den Provinzen Kahramanmaraş und Şanlıurfa hat die Türkei landesweit umfassende neue Sicherheitsmaßnahmen an Schulen eingeführt. Bei den Vorfällen waren insgesamt neun Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.

Nach Anweisungen des Innenministeriums wurde die Polizeipräsenz an allen Schulen in den 81 Provinzen deutlich erhöht. Künftig sollen mindestens zwei Beamte an jedem Schuleingang eingesetzt werden, zusätzlich zu mobilen Einsatzkräften während der Unterrichtszeiten.

Zudem führen Sicherheitskräfte verstärkte Kontrollen im Umfeld von Schulen durch. Dazu gehören Identitätsprüfungen sowie die Überprüfung von Personen, die als verdächtig eingestuft werden. Auch in Istanbul wurden Fahrzeuge und Personen in Schulnähe kontrolliert.

Parallel dazu fand in Ankara ein hochrangiges Sicherheitsgipfeltreffen unter Leitung des Innen- und Bildungsministeriums statt. Dabei wurden bestehende Sicherheitsprotokolle an Schulen überprüft und ausgeweitet – etwa Zugangskontrollen, Videoüberwachung, Besuchermanagement und Schülertransporte.

Die Behörden betonen zudem, dass auch digitale Risiken wie Online-Gewalt, Cybermobbing und problematische Inhalte stärker in den Fokus genommen werden sollen. Weitere Maßnahmen umfassen eine intensivere Kontrolle von Waffenzugängen sowie den Ausbau psychosozialer Unterstützung für Schüler.

Auch im türkischen Parlament wird die Einsetzung einer Untersuchungskommission zu den Vorfällen erwartet.