Türkei verschärft Kontrollen bei internationaler Suche nach gestohlenen Louvre-Juwelen

04.02.2026 – 15:00 Uhr

ISTANBUL – Die Türkei gehört zu mehreren Ländern, in denen die Kontrollen im Rahmen der internationalen Fahndung nach den aus dem Louvre gestohlenen königlichen Juwelen deutlich verschärft wurden. Monate nach dem spektakulären Raub in Paris sind die wertvollen Schmuckstücke weiterhin verschwunden.

Die Ermittlungen zu dem Raub vom 19. Oktober 2025, einem der aufsehenerregendsten Kunstdiebstähle der vergangenen Jahre, wurden inzwischen über Frankreich hinaus ausgeweitet. Dabei arbeiten Interpol und Europol eng zusammen.

Im Zuge der Ermittlungen wurden präventive Kontrollen in wichtigen Zentren des internationalen Kunsthandels intensiviert, darunter Spanien, Deutschland, die Schweiz und die Türkei. Türkische Behörden beteiligen sich aktiv an der Überwachung von Grenzübergängen, Auktionshäusern und dem Kunstmarkt. Sicherheitskreisen zufolge verfügt die Türkei dabei über vollen Zugriff auf die Interpol-Datenbank für gestohlene Kunstwerke.

Trotz der Festnahme von sieben Verdächtigen in Frankreich, von denen sich vier weiterhin in Untersuchungshaft befinden, konnten die rund 104 Millionen US-Dollar teuren Juwelen bislang nicht sichergestellt werden. Drei weitere Verdächtige wurden mangels Beweisen freigelassen. Die Pariser Generalstaatsanwältin Laure Beccuau erklärte im Januar, dass die Ermittlungen andauerten und die Auffindung der gestohlenen Schmuckstücke oberste Priorität habe.

Die entwendeten Objekte wurden in der Interpol-Datenbank „Stolen Works of Art“ registriert und stehen damit offiziell unter internationalem Fahndungs- und Beschlagnahmestatus. Die in Lyon geführte Datenbank enthält Angaben zu rund 57.000 gestohlenen oder vermissten Kunstwerken weltweit.

Parallel dazu wurden zusammenfassende Informationen über die Interpol-App ID-ART öffentlich zugänglich gemacht. Die Anwendung ermöglicht es Polizei-, Zoll- und Kunstfachkräften, gestohlene Kunstwerke schnell vor Ort zu identifizieren.

Experten weisen darauf hin, dass hochwertige Kulturgüter dieser Art nur selten unmittelbar weiterverkauft werden. Häufig würden sie über Jahre hinweg in Freihäfen oder privaten Lagern verborgen und tauchten erst später über Auktionen oder private Sammlungen in Drittstaaten wieder auf.

Vor diesem Hintergrund wird die Rolle der Türkei sowohl als präventiv als auch ermittlungsorientiert beschrieben. Die Behörden betonen, dass es derzeit keine öffentlichen Hinweise darauf gebe, dass die Juwelen in die Türkei gelangt seien. Dennoch würden die Kontrollen sowie die digitalen Überprüfungen über ID-ART fortgesetzt.

Der Raub selbst dauerte lediglich sieben Minuten. Die Täter drangen in die Apollo-Galerie, in der die französischen Kronjuwelen ausgestellt sind, ein und entwendeten neun Objekte. Eine beschädigte Krone der Kaiserin Eugénie, Ehefrau von Napoleon III., wurde später außerhalb des Museums gefunden und gilt als während der Flucht verloren. Acht historische Juwelen konnten erfolgreich entwendet werden.