Ab dem 14. September dürfen an türkischen Schulen keine ungesunden Snacks und Getränke mehr verkauft werden. Mit einem neuen Logo-System für gesunde Lebensmittel will die Türkei die Ernährung von rund 18 Millionen Schülerinnen und Schülern verbessern und Übergewicht bei Kindern bekämpfen.
Strenge Vorgaben für Lebensmittel
Das Projekt wurde gemeinsam vom Landwirtschafts- und Forstministerium, dem Bildungsministerium und dem Gesundheitsministerium sowie der Türkischen Nierenstiftung entwickelt und startet mit dem neuen Schuljahr.
Zunächst dürfen nur 675 zugelassene Produkte mit besonders strengen Grenzwerten für Zucker, Salz und Fett in den Schulkantinen verkauft werden. Ein entsprechendes Logo kennzeichnet die zugelassenen Lebensmittel.
Verboten sind unter anderem Energy-Drinks, Limonaden und aromatisierte Getränke, frittierte Speisen, Chips, Schokolade und Süßigkeiten. Auch mit Sahne oder Schokolade gefüllte Kuchen, in Sirup getränkte Süßspeisen, rohe Fleischbällchen sowie künstlich gesüßte Produkte sind ausgeschlossen.
Obst, Milchprodukte und Vollkornprodukte erlaubt
Auf den Speiseplänen stehen dagegen saisonales frisches Obst und Gemüse, Milch, Joghurt, Ayran, Käse, Eier, Vollkornbrot, Wasser, Mineralwasser und zuckerfreier Kaugummi.
Trockenfrüchte und ungesalzene Nüsse dürfen nur in Portionen von maximal 30 Gramm angeboten werden. Frisch gepresste Säfte sind auf 250 Milliliter begrenzt.
Die Ernährungsberaterin der Türkischen Nierenstiftung, Gökçen Efe Aydın, betonte, dass der Verzehr von ganzen Früchten gesünder sei als Fruchtsaft. Auch gesalzene Cracker sollten ihrer Ansicht nach unabhängig vom Salzgehalt aus den Schulkantinen verschwinden.
Ernährungserziehung beginnt zu Hause
Selim Kaplan vom Landwirtschafts- und Forstministerium betonte, dass eine gesunde Ernährung bereits zu Hause vermittelt werden müsse. Gleichzeitig solle der Zuckergehalt von Milch reduziert und auf natürliche statt künstliche Aromen gesetzt werden.
In der zentralanatolischen Provinz Konya soll zudem eine Kampagne für Vollkornbrot starten, die später auf das ganze Land ausgeweitet werden soll.
Timur Erk, Präsident der Türkischen Nierenstiftung, warnte vor den Folgen eines zu hohen Salz- und Zuckerkonsums. Dieser könne unter anderem Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes begünstigen. Das neue System bezeichnete er als wichtigen Schritt für die Nierengesundheit und forderte, die mit dem Gesundheitslogo gekennzeichneten Produkte künftig auch in Supermärkten anzubieten.
Die Türkei hat ihre Maßnahmen zur Regulierung der Kinderernährung und zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit zuletzt verstärkt und orientiert sich dabei an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).