NEW YORK – Die Türkei und die USA haben in New York den bevorstehenden 100. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen gefeiert. Bei einer Gala am 21. September rief der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan dazu auf, den bilateralen Beziehungen neuen Schwung zu verleihen.
Die Veranstaltung „100 Jahre Freundschaft: Türkei – Vereinigte Staaten“ fand am Rande der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen statt. Erdoğan betonte, angesichts der Konflikte, Kriege und Krisen in der Region und weltweit sei ein enger Dialog zwischen der Türkei und den USA notwendig. Durch den bestehenden Austausch hätten beide Länder bereits in zahlreichen Fragen Fortschritte erzielt, sagte der Präsident.
Erdoğan verwies zudem auf den Dialog mit US-Präsident Donald Trump und erklärte, die Türkei wolle die Zusammenarbeit mit den USA unter anderem in den Bereichen Verteidigungsindustrie, Energie, zivile Luftfahrt und Hochtechnologie weiter ausbauen. Auch gemeinsame Produktionsprojekte seien von gegenseitigem Interesse.
Streit um S-400 weiter Thema
Auch bestehende Differenzen zwischen Ankara und Washington kamen zur Sprache. Der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, erklärte am 21. September, der langjährige Streit über den Kauf russischer S-400-Luftabwehrsysteme werde gelöst.
Barrack sagte vor dem Türkischen Haus in New York, türkische und amerikanische Teams arbeiteten intensiv an bilateralen und regionalen Fragen. Auf die Frage, ob der Ball nun bei der Türkei liege, antwortete er: „Der Ball liegt auf vielen Spielfeldern.“
Hochrangige Gäste bei der Gala
An der Veranstaltung nahmen zahlreiche hochrangige Vertreter beider Länder teil. Dazu gehörten unter anderem US-Vizeaußenminister Christopher Landau, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen Mike Waltz, New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul, Botschafter Tom Barrack sowie Mehmet Öz, Leiter der US-Behörde für Medicare und Medicaid Services.
Auch mehrere türkische Minister sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Gesellschaft waren bei der Gala anwesend. Der US-Senator Chris Coons bezeichnete die Beziehungen zwischen beiden Ländern als eine seit 100 Jahren bestehende Partnerschaft und Freundschaft und hob insbesondere die Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen hervor.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und den USA wurden 1927 aufgenommen. Mit den Veranstaltungen in New York beginnt die offizielle Würdigung des 100-jährigen Bestehens der bilateralen Beziehungen.