Gemeinsamer Militäreinsatz vor Somalia: Türkische und somalische Sicherheitskräfte haben ein von Piraten gekapertes Schiff aus deren Gewalt befreit. Bei dem mehrtägigen Einsatz wurden nach Angaben der somalischen Regierung 14 Piraten getötet.
Die Operation dauerte insgesamt zehn Tage. Nach Angaben des somalischen Verteidigungsministeriums zerstörten die Einsatzkräfte dabei vier Boote, die von den Piraten genutzt worden sein sollen.
Der anhaltende militärische Druck habe schließlich dazu geführt, dass die verbliebenen Piraten das gekaperte Schiff aufgaben. Anschließend sicherten die Einsatzkräfte die „MV LATUF“, die ihre Fahrt inzwischen sicher fortsetzen konnte.
Mindestens acht Crewmitglieder an Bord
Nach Angaben aus der Region Puntland befanden sich mindestens acht Besatzungsmitglieder an Bord des Schiffes, darunter auch ein türkischer Staatsbürger.
Die „MV LATUF“ fährt unter der Flagge Kameruns. Nach Angaben des Schiffsverfolgungsdienstes MarineTraffic hatte das Schiff Ende Juli die Türkei verlassen und war auf dem Weg zum tansanischen Hafen Dar es Salaam.
Der gemeinsame Einsatz von türkischen und somalischen Kräften erfolgte im Rahmen des Verteidigungsabkommens zwischen beiden Ländern.
Piraterie vor Somalia nimmt wieder zu
Vor der Küste Somalias ist die Piraterie zuletzt wieder deutlich stärker geworden. Nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) wurden in diesem Jahr bereits mindestens 15 Angriffe vor der somalischen Küste registriert – so viele wie seit 2013 nicht mehr.
Die Region hatte bereits in den 2000er-Jahren mit massiver Piraterie zu kämpfen. Ihren Höhepunkt erreichte die Zahl der Angriffe 2011. Internationale Marineeinsätze und zusätzliche Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe konnten die Piratenaktivitäten anschließend deutlich eindämmen.
Seit April nehmen die Angriffe jedoch wieder zu. Mindestens fünf Frachtschiffe sollen inzwischen als Geiseln genommen worden sein. Das jüngste Schiff wurde am 20. August vor der Küste Jemens gekapert.