Antalya – Der Tod einer deutschen Wanderin auf dem berühmten Lykischen Weg hat eine Debatte über die Sicherheit der beliebten Trekkingroute ausgelöst. Nach einer dreitägigen Such- und Rettungsaktion bargen Einsatzkräfte die Leiche der 33-jährigen Friederike Elisabeth N. aus einer felsigen Schlucht in der Provinz Antalya.
Die Frau war auf dem Abschnitt zwischen Kaş und Demre unterwegs gewesen und galt seitdem als vermisst. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte sie vom eigentlichen Wanderweg abgekommen sein, nachdem sie nicht genehmigten Wegweisern gefolgt war, die örtliche Unternehmen aus kommerziellen Interessen aufgestellt haben sollen. Bei widrigen Wetterbedingungen stürzte sie offenbar von einer Felskante.
Der tragische Vorfall hat die Diskussion über die Beschilderung und die Kontrolle des Fernwanderwegs neu entfacht. Der Archäologe Professor Nevzat Çevik fordert ein konsequentes Vorgehen gegen irreführende Markierungen und nicht genehmigte Wegweiser. Die Behörden müssten die Strecke regelmäßig kontrollieren, illegale Hinweisschilder entfernen und Verstöße streng ahnden.
Offline-App soll Wanderer besser schützen
Çevik schlägt zudem die Entwicklung einer mobilen Anwendung vor, die auch ohne Internetverbindung funktioniert. Wanderer könnten sich vor dem Start registrieren und ihre geplante Route sowie Start- und Endzeit hinterlegen. Über die zuletzt erfasste Position ließen sich im Notfall wichtige Hinweise für Such- und Rettungsteams gewinnen – auch dort, wo kein Mobilfunkempfang besteht.
Ein weiterer Vorschlag sieht vor, den Lykischen Weg einmal jährlich für einen Monat zu schließen. In dieser Zeit könnten die Wege gewartet, verblasste Markierungen erneuert und Gefahrenstellen wie Erdrutsche oder Steinschlag beseitigt werden.
Zentrale Koordination gefordert
Darüber hinaus spricht sich Çevik für eine zentrale Verwaltungsstruktur aus. Öffentliche Institutionen, Kommunen, Sicherheitskräfte und Nichtregierungsorganisationen sollten ihre Arbeit koordinieren, um die Sicherheit entlang der gesamten Route zu verbessern.
Der Fall der deutschen Wanderin rückt damit auch die Frage in den Mittelpunkt, wie der stark frequentierte Fernwanderweg besser überwacht und vor irreführender Beschilderung geschützt werden kann.