Ein führender Branchenvertreter ist der Ansicht, dass die Türkei ihre Tourismusstrategie grundlegend erweitern muss. Kaan Kaşif Kavaloğlu, der Vorsitzende des Verbands der mediterranen Touristik-Hoteliers und -Betreiber (AKTOB), sagte, das Land benötige neue touristische Erzählungen, eine breitere Verteilung der Reiseziele sowie mehr erlebnisorientierte Angebote, um seine Position auf dem globalen Tourismusmarkt zu stärken.
Derzeit untersuche die Türkei erfolgreiche Destinationsmanagement-Modelle in Ländern wie Frankreich und Spanien. Er wies darauf hin, dass Antalya und Istanbul etwa 80 Prozent der tourismusbezogenen Aktivitäten des Landes auf sich vereinen. Eine gleichmäßigere Verteilung des Tourismus über das ganze Land würde weiteres Wachstum unterstützen.
Spanien bewerbe 17 Destinationen getrennt voneinander, betonte Kavaloğlu. Er unterstrich zudem die Bedeutung einer abgestimmten Zusammenarbeit zwischen zentralen und lokalen Behörden bei der Tourismusplanung. Er sieht insbesondere Potenzial im Städte-, Resort-, Ski- und Wintertourismus der Türkei.
Seinen Worten zufolge sollte sich die Türkei über die bestehenden Zentren hinaus bewegen und neue Reiseziele erschließen. Das tourismuspolitische Potenzial des Landes reiche schließlich über das klassische Modell von Meer, Sand und Sonne hinaus. Den Besuchern könnten vielfältige Erlebnisse geboten werden, darunter Geschichte, Kunst, kulturelles Erbe, Gastronomie, Shopping, ländlicher Tourismus, Ballonfahrten, Gleitschirmfliegen, Skifahren und Thermaltourismus.
Antalya empfängt jährlich rund 17 Millionen ausländische Touristen. Dadurch sei ein bedeutendes tourismuswirtschaftliches Ökosystem entstanden, das Arbeitsplätze in der Region sichere, so Kavaloğlu.
Forderungen, statt auf Masse auf weniger, aber zahlungskräftigere Touristen zu setzen, erteilte Kavaloğlu eine Absage: Antalya solle sein aktuelles Tourismusvolumen bewahren und zugleich qualifiziertere Besucher gewinnen. Das auf 16,5 bis 17 Millionen Touristen ausgelegte Ökosystem dürfe nicht gestört werden.