Die Türkei hat ihre Absicht bekundet, die Beziehungen zur Europäischen Union auf einer neuen, starken Grundlage weiterzuentwickeln – basierend auf Gleichberechtigung, Inklusivität und gegenseitigem Interesse. Dabei betonte Ankara die Bedeutung konkreter Schritte zur Modernisierung der Zollunion.
Die Botschaften wurden EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos übermittelt, die für einen zweitägigen Besuch in die Türkei gekommen war, um Vizepräsident Cevdet Yılmaz, Außenminister Hakan Fidan und Handelsminister Ömer Bolat zu treffen.
„Wir glauben, dass eine starke Türkei-EU-Perspektive möglich ist, die auf Gleichberechtigung, Verdienst, Inklusivität sowie gemeinsamen Interessen und Verantwortung basiert“, erklärte Yılmaz in einer schriftlichen Stellungnahme nach dem Treffen am 6. Februar im Präsidentenpalast.
Diskutiert wurden konkrete Schritte zur Förderung der Beziehungen, die Bedeutung einer fairen Erweiterungspolitik sowie die strategische Bedeutung der Türkei-EU-Beziehungen. Yılmaz hob hervor: „Konkrete Maßnahmen im Hinblick auf den Vollmitgliedschaftsprozess in der EU, die Aktualisierung der Zollunion, die Visa-Liberalisierung und die Wiederbelebung hochrangiger Dialogmechanismen sind entscheidend für die Türkei-EU-Beziehungen.“
Die Türkei drängt seit langem darauf, die Verhandlungen zur Modernisierung der Zollunion wieder aufzunehmen. Blockaden durch Griechenzypern verhindern jedoch bislang Fortschritte.
Handelsminister Ömer Bolat betonte, dass bei dem Treffen Schritte zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit besprochen wurden, um die Handelsbeziehungen auf der Grundlage gemeinsamer Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Sicherheit weiterzuentwickeln. „Wir haben unsere Erwartungen geteilt, dass die neuen Handels- und Wettbewerbspolitiken der EU mit dem Funktionieren der Zollunion kompatibel sein sollten“, sagte Bolat.
Er beschrieb das Treffen mit Kos als „sehr positiv“ und unterstrich, dass beide Seiten erneut ihren Willen bekräftigt haben, konkrete Schritte zur Ausweitung der Handelsbeziehungen zu unternehmen.
Die EU ist der wichtigste Handelspartner der Türkei, während die Türkei der fünftgrößte Handelspartner der EU ist. Das Handelsvolumen zwischen beiden Seiten überschritt 2025 die 220 Milliarden Euro (259,4 Milliarden US-Dollar).