ANKARA – Türkische Behörden haben im Rahmen einer Untersuchung zu mutmaßlicher Geldwäsche, die mit kostenpflichtigen Online-Inhalten in Verbindung steht, 16 Personen festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft wurden Vermögenswerte im Wert von rund 300 Millionen Türkischen Lira (ca. 6,9 Mio. US-Dollar) beschlagnahmt.
Die Ermittlungen wurden von der Staatsanwaltschaft Istanbul geleitet und richteten sich gegen insgesamt 25 Verdächtige sowie zwei Unternehmen. In koordinierten Einsätzen in acht Provinzen, darunter Ankara, wurden die Festnahmen durchgeführt.
Den Angaben zufolge sollen die Beschuldigten Einnahmen erzielt haben, indem sie sexuell explizite Inhalte auf öffentlichen Social-Media-Kanälen veröffentlichten und ihre Follower zu kostenpflichtigen Plattformen, vor allem OnlyFans, sowie zu privaten Messenger-Diensten wie Telegram weiterleiteten.
OnlyFans ist in der Türkei seit Juni 2023 blockiert, nachdem ein Gericht die Plattform als mit den öffentlichen Moral- und Familienwerten unvereinbar eingestuft hatte. Ermittler zufolge sollen die Verdächtigen die Seite dennoch über VPN-Dienste genutzt haben.
Die Einnahmen sollen anschließend über den Kauf von Immobilien und Fahrzeugen sowie Investitionen in Bitcoin, Gold und bankbasierte Finanzinstrumente gewaschen worden sein.
Die Behörden beschlagnahmten demnach 10 Immobilien, 14 Fahrzeuge und zwei Unternehmen im Gesamtwert von etwa 257,2 Millionen Lira (rund 5,8 Mio. US-Dollar).
In den vergangenen Jahren hat die Türkei die Kontrolle über digitale Finanztransfers und die Schattenwirtschaft verschärft. In diesem Rahmen wurden Geldwäsche und Finanzkriminalität deutlich intensiver verfolgt, was zu mehreren aufsehenerregenden Operationen führte.