Türkei rüstet sich für das Ramadan-Fest: Millionen unterwegs

19.03.2026 – 17:00 Uhr

Istanbul – In der Türkei machen sich Millionen Menschen auf den Weg zu ihren Familien, um das dreitägige Eid al-Fitr-Fest zu feiern, das den Abschluss des Fastenmonats Ramadan markiert. Das Fest gehört zu den verkehrsreichsten Zeiten des Jahres, da viele Familien quer durchs Land reisen, um Verwandte zu besuchen und alte Traditionen zu pflegen.

Dieses Jahr fällt das Fest zudem in die Mitte der Schulferien, was die Reiselust zusätzlich steigert. Behörden und Verkehrsorganisationen bereiten sich intensiv vor: Mehr als 45.000 Verkehrspolizisten und knapp 11.000 Einsatzteams werden vom 13. bis 23. März im Einsatz sein, um einen sicheren Verkehr zu gewährleisten. Hubschrauber und Drohnen überwachen den Verkehr in allen 81 Provinzen, während auf wichtigen Routen für schwere Fahrzeuge Fahrbeschränkungen gelten, um Staus, insbesondere in Richtung Istanbul, zu reduzieren. Innenminister Mustafa Çiftçi betonte, dass die Kontrollen der Sicherheit dienen und nicht als Strafmaßnahmen, etwa durch versteckte Radarfallen, eingesetzt werden.

Tourismus erwartet moderates Wachstum

Auch der Tourismussektor bereitet sich auf rege, wenn auch verhaltene Aktivität vor. Laut Müberra Eresin, Präsidentin der Turkish Hoteliers Association, liegt der Fokus in diesem Jahr vor allem auf kurzen Städtereisen, Kulturtrips und Küstenzielen, die vom milden Frühlingswetter profitieren. Orte wie Antalya könnten aufgrund des günstigen Klimas besonders gefragt sein.

Allerdings erwartet die Branche insgesamt weniger Besucher als in früheren Jahren. Grund dafür sind anhaltende regionale Konflikte, ein deutlicher Rückgang von Touristen aus den Golfstaaten, dem Nahen Osten und Iran sowie Einschränkungen bei Kreditkartenlimits. Viele Reisende verschieben ihren Urlaub daher auf den Sommer oder auf das längere Eid al-Adha-Fest. Zudem warnten Behörden und Branchenvertreter vor betrügerischen Buchungsportalen und raten, nur offizielle oder vertrauenswürdige Webseiten zu nutzen.

Traditionelles Festessen im Fokus

Neben Reisen sorgt das Fest auch für einen Anstieg des traditionellen Konsums: Baklava, das typische Süßgebäck zu Eid, erlebt in Städten wie Istanbul eine dreifache Nachfrage. Premium-Sorten mit Pistazien kosten bis zu 2.000 Türkische Lira (ca. 45 US-Dollar) pro Kilogramm. Branchenvertreter schätzen, dass während des Feiertags rund 5.000 Tonnen Baklava verzehrt werden.

Mit steigender Mobilität, Festkäufen und Familienbesuchen appellieren die Behörden weiterhin an Vorsicht im Straßenverkehr und versichern, dass umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden, um ein sicheres und reibungsloses Fest für Millionen Menschen in der Türkei zu gewährleisten.