Türkei registriert erstmals heimische Salep-Orchideen-Sorten

29.05.2026 – 18:00 Uhr

In der Türkei ist ein wichtiger Schritt für die Landwirtschaft gelungen: Erstmals wurden offiziell heimische Salep-Sorten registriert. Damit soll die kultivierte Produktion der wild wachsenden Orchideen ermöglicht und zugleich der Druck auf natürliche Bestände deutlich reduziert werden.

Das Landwirtschafts- und Forstministerium gab am 27. Mai bekannt, dass die neuen Sorten unter den Namen „Bal Yumru“ und „Bol Yumru“ registriert wurden.

Ergebnis jahrzehntelanger Forschung

Nach Angaben von Minister İbrahim Yumaklı basiert die Entwicklung auf rund 20 Jahren Forschungsarbeit der Generaldirektion für Agrarforschung und -politik (TAGEM) am Aegeischen Agrarforschungsinstitut. Ziel war es, Salep-Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen kultivierbar zu machen.

Salep gilt in der Türkei als traditionell bedeutende Pflanze mit kulturellem und wirtschaftlichem Wert. Die nun erfolgte Registrierung wird als Meilenstein für den Agrarsektor bewertet.

Geplante Produktion in Küstenregionen

Die neuen Sorten sollen künftig vor allem in den Küstenregionen der Türkei angebaut werden. Dort sollen zudem Produzentenkooperativen entstehen, um die Anbauflächen systematisch auszubauen.

Das Forschungsinstitut hat bereits Zuchtknollen und Setzlinge an die Privatwirtschaft weitergegeben. Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Produktion von Pflanzmaterial inzwischen vollständig von privaten Unternehmen übernommen.

Höhere Erträge und nachhaltiger Anbau

Mit den registrierten Sorten wird eine Steigerung von Ertrag und Anbaufläche erwartet. Da jede Pflanze mehrere Knollen bilden kann, soll die Produktivität pro Fläche deutlich steigen.

Aktuell liegt die Produktion bei rund 150 Tonnen jährlich auf etwa 400 Dekar Fläche. Durch die neuen heimischen Sorten soll der Anbau künftig effizienter und wirtschaftlich attraktiver werden – bei gleichzeitig besserem Schutz der natürlichen Bestände.