ISTANBUL – Die Türkei arbeitet Medienberichten zufolge an einer weitreichenden Reform ihrer Tabakpolitik, die langfristig ein vollständiges Verkaufsverbot für Tabakprodukte ab dem Jahr 2040 vorsieht. Gleichzeitig sollen öffentliche Rauchverbote deutlich ausgeweitet und an europäische Gesundheitsziele angelehnt werden.
Nach dem Entwurf, der voraussichtlich von der Regierungspartei in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium ins Parlament eingebracht wird, soll der Verkauf aller Tabakprodukte ab dem 1. Januar 2040 vollständig untersagt werden.
Bereits im Vorfeld sind gestaffelte Einschränkungen vorgesehen. So soll das Rauchen in Außenbereichen von Restaurants und Cafés verboten werden, während ausgewiesene Raucherzonen strikt vom Gastronomiebereich getrennt sein müssten.
Auch der Verkauf von Tabakwaren soll künftig vollständig digital überwacht werden. Bargeldkäufe wären demnach nicht mehr zulässig, alle Transaktionen würden elektronisch erfasst.
Deutlich verschärft werden sollen zudem die Strafmaßnahmen. Nach 2040 könnten Herstellung, Import, Transport oder Verkauf von Tabakprodukten mit Geldstrafen zwischen 1 und 5 Millionen Lira geahndet werden. Auch der Besitz oder die Einfuhr durch Privatpersonen könnte hohe Bußgelder nach sich ziehen.
Die geplante Regelung erweitert zudem die Definition von Tabakprodukten auf E-Zigaretten, erhitzten Tabak, Wasserpfeifen sowie nikotinhaltige Geräte. Der Verkauf an Minderjährige soll künftig mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu einem Jahr bestraft werden.
Darüber hinaus sieht der Entwurf umfassende Rauchverbote in öffentlichen Bereichen vor, darunter Schulen, Gesundheitseinrichtungen, religiöse Stätten, Strände, Sportanlagen und Parks. Selbst ausgewiesene Raucherbereiche würden streng reguliert.
Die Kontrolle der Maßnahmen soll stärker zentralisiert werden und künftig unter der Aufsicht von Gouverneuren und Bezirksverwaltungen erfolgen.
Die Initiative knüpft an frühere Anti-Rauch-Maßnahmen der Türkei an, darunter das 2009 eingeführte Programm „Dumansız Hava Sahası“, das bereits umfassende Rauchverbote in Innenräumen und Werbebeschränkungen vorsah.