Türkei plant noch strengere Rauchverbote in Cafés und Restaurants

28.10.2026 – 12:00 Uhr

Ein neuer Gesetzentwurf sieht eine Neudefinition geschlossener Räume vor. Außerdem sollen die Strafen für den Verkauf von Tabakwaren an Minderjährige steigen und bestimmte Zigarettenprodukte stärker eingeschränkt werden.

Die Türkei plant eine Verschärfung ihrer Tabakregeln. Ein Gesetzentwurf, an dem die Parlamentsfraktion der AKP und das Gesundheitsministerium arbeiten, sieht vor, die Definition geschlossener Räume in Cafés, Lokalen und Restaurants neu zu regeln. Damit könnten sich auch die Grenzen für das Rauchen in der Gastronomie verändern.

Dem Entwurf zufolge sollen die Regelungen künftig stärker von der Größe des jeweiligen Betriebs abhängen. Auch für Bereiche, in denen das Rauchen bislang erlaubt ist, sind Einschränkungen vorgesehen. Für Raucher sollen spezielle Bereiche eingerichtet werden.

Höhere Strafen beim Verkauf an Minderjährige

Die geplante Reform sieht zudem deutlich höhere Geldstrafen für Betriebe vor, die gegen das Verbot verstoßen, Tabakprodukte an unter 18-Jährige zu verkaufen. Auch die Kontrollen sollen verschärft werden. Verkäufer sollen insbesondere konsequenter dazu angehalten werden, bei Zweifeln am Alter eines Kunden einen Ausweis zu verlangen.

Darüber hinaus will der Gesetzgeber verhindern, dass Tabakprodukte insbesondere für junge Menschen attraktiver gemacht werden. Im Fokus stehen unter anderem schlanke Zigaretten, Zigaretten mit reduziertem Rauch sowie aromatisierte Produkte. Sie sollen nicht dazu beitragen, das Rauchen ansprechender erscheinen zu lassen.

Der Entwurf soll demnächst ins Parlament eingebracht werden. Ob und in welcher Form die vorgesehenen Maßnahmen verabschiedet werden, ist noch offen.

Jugendliche beginnen im Schnitt mit 17 Jahren

Nach einer vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung ist das durchschnittliche Einstiegsalter beim Rauchen in der Türkei auf 17 Jahre gesunken. Unter den rauchenden Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 15 Jahren beziehen demnach 73,3 Prozent ihre Zigaretten aus Supermärkten oder kleinen Lebensmittelgeschäften.

Auch die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen des Tabakkonsums stehen im Mittelpunkt der Debatte. Laut den veröffentlichten Angaben gibt die Türkei jährlich rund 30 Milliarden US-Dollar für die Behandlung von Krankheiten aus, die mit dem Rauchen in Verbindung stehen.

Besonders deutlich gestiegen ist dem Bericht zufolge der Tabakkonsum bei jungen Frauen: In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen hat sich die entsprechende Quote innerhalb der vergangenen 13 Jahre mehr als verdoppelt.