Türkei plant massiven Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes bis 2028

06.07.2026 – 11:00 Uhr

Die Türkei will ihr Hochgeschwindigkeitsbahnnetz deutlich ausbauen und die Zahl der direkt angeschlossenen Provinzen bis 2028 von derzeit 11 auf 27 erhöhen. Das kündigte Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu an.

Langfristig verfolgt die Regierung das Ziel, das gesamte Land bis 2053 über Hochgeschwindigkeitsstrecken zu verbinden. „Wir werden alle Regionen der Türkei mit Hochgeschwindigkeitszügen vernetzen und innerhalb von 48 Stunden durch das Land reisen können“, sagte Uraloğlu.

Nach Angaben des Ministers wurden in den vergangenen 24 Jahren rund 355 Milliarden US-Dollar in den Verkehrs- und Infrastruktursektor investiert. Besonders der Ausbau der Eisenbahn sei seit 2002 als staatliche Priorität behandelt worden.

Das Schienennetz der Türkei sei in diesem Zeitraum von etwa 11.000 Kilometern auf rund 14.009 Kilometer gewachsen. Davon entfallen 2.251 Kilometer auf Hochgeschwindigkeitsstrecken. Gleichzeitig sei das bestehende Netz umfassend modernisiert worden.

Uraloğlu betonte zudem, dass aktuell mehrere Großprojekte im Bau seien. Insgesamt würden derzeit 4.164 Kilometer neuer Bahnstrecken errichtet.

Ein zentrales Vorhaben ist die Kars–Iğdır–Aralık–Dilucu-Bahnlinie, die künftig die Anbindung zwischen der Türkei, Armenien und Aserbaidschan stärken soll. Darüber hinaus ist eine neue Bahnverbindung über die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke in Istanbul geplant, die eine zusätzliche Schienenquerung des Bosporus neben dem Marmaray-Projekt schaffen soll. Der Baustart soll nach Abschluss der Ausschreibung noch in diesem Jahr erfolgen.

Die Regierung plant außerdem, das Schienennetz bis 2028 auf 17.287 Kilometer und bis 2053 auf 28.590 Kilometer auszubauen.