Die Türkei plant, den Verkauf von Zigaretten künftig an eine Identitätsprüfung zu knüpfen. Wie Gesundheitsminister Kemal Memişoğlu in einer Live-Sendung des staatlichen Senders TRT mitteilte, wird derzeit ein entsprechendes System geprüft. Demnach soll der Erwerb von Tabakwaren nur noch gegen Vorlage einer türkischen Ausweisnummer möglich sein. „Unser Hauptziel ist es, den Verkauf von Zigaretten an Personen unter einem bestimmten Alter zu verbieten. Das System wird die Identität jedes Käufers erfassen“, sagte Memişoğlu.
Der Minister verwies auf die erheblichen gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums. So stünden etwa 60 Prozent aller Todesfälle in der Türkei in Zusammenhang mit dem Rauchen. Zudem liege das Land bei den Raucherquoten weltweit auf Platz zwei. Im vergangenen Jahr seien landesweit rund acht Milliarden Zigarettenpackungen verkauft worden, was Einnahmen von schätzungsweise 20 bis 30 Milliarden US-Dollar generiert habe.
Memişoğlu betonte, er hoffe, dass die Bürger freiwillig mit dem Rauchen aufhören, anstatt durch Verbote dazu gezwungen zu werden. Geplante Einschränkungen sollen sich auf bestimmte Bereiche konzentrieren, darunter Schulen, Sportanlagen im Freien und Innenräume. Auch die bislang unklaren Regelungen zum Rauchen in Cafés und Restaurants sollen präzisiert werden.
Die geplante Identitätsprüfung beim Zigarettenkauf ist Teil der Bemühungen der türkischen Regierung, den Tabakkonsum einzudämmen. Ob und wann die Regelung in Kraft treten soll, ließ der Minister zunächst offen.