Türkei plant Abschuss von Wildtieren in Risikofällen

05.04.2026 – 12:00 Uhr

ANKARA – Die Türkei will künftig die kontrollierte Jagd auf nicht geschützte Wildtiere erlauben, wenn diese eine Gefahr für Menschen, Landwirtschaft oder Umwelt darstellen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag wird derzeit im Parlament beraten.

Die Regelung ist Teil eines umfassenderen Agrar- und Forstgesetzes, das bereits vom zuständigen Parlamentsausschuss gebilligt wurde. Hintergrund ist die zunehmende Zahl von Wildtieren, die auf der Suche nach Nahrung in Städte vordringen und dabei immer häufiger für Zwischenfälle sorgen.

Besonders in westlichen und südlichen Regionen wie Muğla kommt es vermehrt zu Begegnungen mit Wildschweinen, die in Wohngebieten, auf Straßen oder sogar an Stränden gesichtet werden. Auch Bären nähern sich in Zeiten von Nahrungsknappheit gelegentlich Siedlungen.

Künftig sollen Behörden die Jagd auf nicht geschützte Arten auch außerhalb regulärer Jagdzeiten oder in eigentlich verbotenen Zonen genehmigen können – allerdings nur nach einer offiziellen Risikoanalyse. Voraussetzung ist, dass die Tiere eine konkrete Gefahr darstellen, etwa durch Angriffe, Schäden an Nutzpflanzen oder die Verbreitung von Krankheiten.

Die Einsätze sollen von Wildhütern und lizenzierten Jägern durchgeführt werden und bedürfen einer behördlichen Genehmigung. In besonders kritischen Situationen können auch Sicherheitskräfte wie Polizei oder Gendarmerie einbezogen werden.

Geschützte Tierarten sind von der Regelung ausdrücklich ausgenommen.