Türkei ordnet 83 Festnahmen wegen Online-Verherrlichung von Schulangriffen an

18.04.2026 – 12:00 Uhr

Die türkischen Behörden haben im Zuge von Ermittlungen gegen Online-Inhalte, die Schulangriffe verherrlichen oder Falschinformationen verbreiten, die Festnahme von 83 Verdächtigen angeordnet. Gleichzeitig wurden hunderte Social-Media-Konten und zahlreiche Gruppen gesperrt.

Nach Angaben der Behörden stehen die Maßnahmen im Zusammenhang mit jüngsten Gewalttaten in den Provinzen Kahramanmaraş und Şanlıurfa. Insgesamt wurden 940 Social-Media-Accounts blockiert sowie 66 Telegram-Links zur Löschung gemeldet und 93 Gruppen geschlossen.

Ermittelt wird gegen Nutzer, die laut Behörden gezielt Desinformation verbreiteten oder Gewalt verherrlichten. Das Innenministerium erklärte, man gehe „entschlossen“ gegen jede Form von Online-Provokation vor. Auch das Justizministerium überwacht die digitalen Aktivitäten in enger Abstimmung mit 171 Staatsanwaltschaften im ganzen Land.

In einem separaten Fall in Istanbul wurden zudem Ermittlungen eingeleitet, nachdem über Telegram Drohungen gegen eine Schule im Stadtteil Üsküdar verbreitet worden waren. Sechs Minderjährige wurden in diesem Zusammenhang festgenommen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei eine große Telegram-Gruppe mit dem Namen „C31K“, die zeitweise rund 100.000 Mitglieder hatte. Dort sollen Inhalte verbreitet worden sein, die Täter verherrlichten und mögliche weitere Angriffe diskutierten, bevor die Gruppe schließlich geschlossen wurde.