Die türkischen Behörden haben seit gestern landesweit 115 Brände bekämpft. Nach Angaben von Landwirtschafts- und Forstminister İbrahim Yumaklı konnten 110 der Feuer inzwischen vollständig unter Kontrolle gebracht werden.
Yumaklı informierte im Brandbekämpfungszentrum der Generaldirektion für Forstwirtschaft in Ankara über die aktuelle Lage. Er sprach den von den Bränden betroffenen Menschen sein Mitgefühl aus und erklärte, dass 69 der registrierten Brände außerhalb von Waldgebieten ausgebrochen seien.
Unter den inzwischen vollständig kontrollierten Waldbränden befinden sich unter anderem die Feuer in Edremit (Balıkesir), Ayvacık (Çanakkale) und Kumluca (Antalya). Auch die Brände in Gömeç (Balıkesir), Kaş (Antalya) und Seydikemer (Muğla), die zuvor bereits weitgehend unter Kontrolle waren, werden weiterhin intensiv bekämpft, um sie vollständig zu löschen.
Schwierige Bedingungen durch starken Wind
Besonders herausfordernd bleibt die Situation im Gebiet Alanya-Sapadere in Antalya. Dort erschwerten starke Winde die Löscharbeiten erheblich. Laut Yumaklı wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 84 Kilometern pro Stunde gemessen. Die wechselnden Windrichtungen hätten den Einsatzkräften den Aufbau stabiler Löschlinien erschwert.
„Die Gefahr ist noch nicht vorbei. Unsere Einsätze werden den ganzen Tag fortgesetzt“, sagte der Minister. Die Einsatzkräfte hätten trotz schwieriger Bedingungen eine weitere Ausbreitung des Feuers weitgehend verhindern können.
Auch in der Gemeinde Üzümlü im Landkreis Fethiye (Muğla) war in der Nacht ein neuer Brand ausgebrochen. Wegen der dichten Bewaldung galt das Gebiet zunächst als besonders gefährdet. Die Einsatzkräfte konnten die Intensität des Feuers jedoch bis zum Morgen deutlich reduzieren.
Tausende Einsatzkräfte im Einsatz
Aktuell sind laut Yumaklı rund 21 Löschflugzeuge, 69 Hubschrauber, fast 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3.500 Forstmitarbeiter im Einsatz.
Der Minister warnte weiterhin vor hoher Waldbrandgefahr. Die drei entscheidenden Faktoren – niedrige Luftfeuchtigkeit, hohe Temperaturen und starke Winde – würden weiterhin in vielen Regionen zusammenkommen. Besonders entlang der Küstenlinie von Çanakkale bis Mersin sei in den kommenden Tagen mit starken Winden zu rechnen.
Yumaklı rief die Bevölkerung dazu auf, im Freien kein Feuer zu machen und Aktivitäten zu vermeiden, die Brände verursachen könnten. Er betonte, dass viele der aktuellen Feuer nicht direkt im Wald entstanden seien, sondern sich von außerhalb in Waldgebiete ausgebreitet hätten.
Die Behörden appellierten zudem an die Bevölkerung, keine Brandgebiete ohne Genehmigung zu betreten und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Die Löscharbeiten und Kontrollen werden weiterhin fortgesetzt.
Waldbrände in Antalya größtenteils unter Kontrolle
Die schweren Waldbrände in mehreren Regionen der türkischen Provinz Antalya sind nach Angaben der Behörden größtenteils unter Kontrolle. Betroffen waren die Landkreise Kumluca, Kaş und Manavgat. Lediglich der Brand im Gebiet Sapadere bei Alanya ist weiterhin aktiv.
Wie Gouverneur Hulusi Şahin mitteilte, wurden seit Dienstag mehr als 30 Brände registriert, darunter neun Waldbrände. Die Feuer in Kaş, Kumluca und Manavgat seien inzwischen gelöscht oder unter Kontrolle gebracht worden. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich nun auf die Bekämpfung des Waldbrandes in Sapadere.

In Kumluca war das Feuer am Dienstagmittag ausgebrochen und hatte die Ortsteile Yazır und Belen sowie die Region um Adrasan und die antike Stadt Olympos bedroht. Feuerwehr, Forstbehörden sowie Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Großeinsatz. Nach intensiven Löscharbeiten konnte der Brand am Mittwochmorgen vollständig unter Kontrolle gebracht werden. Nach ersten Schätzungen verbrannten rund 50 Hektar Wald. Etwa 15 Häuser wurden beschädigt. Wegen zerstörter Versorgungsleitungen kommt es in der Region weiterhin zu Strom- und Kommunikationsausfällen.
Auch der Waldbrand im Landkreis Manavgat, der nahe dem Köprülü-Canyon-Nationalpark ausgebrochen war, konnte am Morgen eingedämmt werden. Starker Wind hatte die Flammen zeitweise angefacht. Zahlreiche Einsatzkräfte sowie freiwillige Helfer verhinderten eine weitere Ausbreitung. Der Brand bei Kaş, der bereits am 28. Juli ausgebrochen war, wurde ebenfalls unter Kontrolle gebracht.
Weiterhin angespannt bleibt die Lage in Sapadere bei Alanya. Nach Angaben von Gouverneur Şahin wurden dort vier Ortsteile mit insgesamt 45 Haushalten vorsorglich evakuiert. Die starken Winde erschweren die Löscharbeiten erheblich, weshalb das Ausmaß der Schäden bislang noch nicht ermittelt werden konnte.
Die Behörden zeigten sich dennoch vorsichtig optimistisch. Sollte sich die Wetterlage nicht weiter verschlechtern, rechnen sie damit, auch den Brand bei Alanya in den kommenden Tagen unter Kontrolle bringen zu können.