Die Türkei feiert am 29. Oktober den 103. Jahrestag ihrer Republikgründung. Im ganzen Land stehen Zeremonien, Paraden, Konzerte und lokale Feierlichkeiten auf dem Programm. Das Parlament hatte die Republik am 29. Oktober 1923 ausgerufen.
Bereits am Vorabend hatte Mustafa Kemal Atatürk seinen Weggefährten bei einem Abendessen in Çankaya in Ankara angekündigt: „Morgen werden wir die Republik ausrufen.“
Flugshows und Militärparaden in Ankara
Im Zentrum der offiziellen Feierlichkeiten in der Hauptstadt stehen eine Gedenkzeremonie am Mausoleum Anıtkabir, eine Parade und ein Empfang im Präsidentenkomplex. Das Kunstflugteam Turkish Stars soll über Anıtkabir fliegen, während SOLOTÜRK eine Flugvorführung in Eskişehir plant. Militärkapellen geben in Ankara Konzerte, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.
Auch die Marine beteiligt sich: In 29 Häfen werden insgesamt 29 Schiffe für Besucher geöffnet. Militärmuseen können am Feiertag kostenlos besichtigt werden.
103 Kilometer zum Jubiläum
In mehreren Städten begannen die Feierlichkeiten bereits am 28. Oktober. In Samsun marschierten Schülerinnen und Schüler mit einer 1.919 Meter langen türkischen Flagge – eine symbolische Anspielung auf das Jahr 1919, in dem Atatürk den Unabhängigkeitskampf einleitete.
In Isparta stellte das städtische Duftmuseum Misparta eine eigens für das Jubiläum entwickelte Duftkomposition vor. Sie wurde aus 103 endemischen Pflanzenarten hergestellt, die in den 81 Provinzen der Türkei vorkommen. Die Präsentation war Teil einer Ausstellung, die die Geschichte der Republik anhand von Düften nachzeichnet.
Auch der 17-jährige Erdem Belder setzte ein sportliches Zeichen: Er lief die 103 Kilometer von Yeniçağa in der Provinz Bolu bis nach Safranbolu in der Provinz Karabük. Für die Strecke benötigte er rund 13,5 Stunden, mit kurzen Pausen zum Trinken und Ausruhen.
Unwetterwarnungen zum Nationalfeiertag
Überschattet werden die Feierlichkeiten von Unwetterwarnungen. Für den 29. Oktober gaben Meteorologen in den Provinzen Adana, Antalya, Muğla und Mersin orange Warnungen vor starken Regenfällen heraus. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, sich vor möglichen Überschwemmungen, Blitzeinschlägen und kräftigen Winden in Acht zu nehmen.