Die Türkei erweitert ihr Hochgeschwindigkeitsnetz bis an die europäische Grenze. Am kommenden Freitag wird der 153 Kilometer lange Abschnitt Çerkezköy–Kapıkule der Schnellzugstrecke Halkalı–Kapıkule offiziell eröffnet.
Wie Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu mitteilte, wird Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Strecke am 9. Oktober feierlich in Betrieb nehmen. Mit der Inbetriebnahme werden die Provinzen Tekirdağ, Kırklareli und Edirne an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Damit steigt die Zahl der direkt an das Netz angebundenen Provinzen von 11 auf 14.
Deutliche Verkürzung der Fahrzeiten
Laut dem Minister verkürzt sich die Reisezeit für Passagiere zwischen Halkalı und Kapıkule von vier Stunden auf etwa 1,5 Stunden. Für den Gütertransport sinkt die Fahrzeit von 8,5 auf 3,5 Stunden. Die Kapazität der bestehenden Strecke soll sich vervierfachen.
Laut Uraloğlu steigt die jährliche Passagierkapazität von 600.000 auf rund drei Millionen. Im Güterverkehr soll die Kapazität von 1,5 Millionen auf 9,5 Millionen Tonnen pro Jahr wachsen. Der Abschnitt soll sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr genutzt werden.
Technische Details der Strecke
Sie wurde für eine Betriebsgeschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde ausgelegt und als zweigleisige, elektrifizierte Linie mit ETCS-Level-1-Signalisierung errichtet. Laut Ministerium wurden im Zuge des Projekts 31 Brücken, acht offene Tunnelbauwerke, zwei Viadukte, 114 Unter- und Überführungen sowie 175 Durchlässe gebaut. Insgesamt wurden 353 Kilometer Schienen verlegt.
Weitere Bauabschnitte in Arbeit
Die Arbeiten an den übrigen Abschnitten des Gesamtprojekts dauern an. Laut Uraloğlu wird derzeit an den Abschnitten Ispartakule–Çerkezköy und Ispartakule–Halkalı gearbeitet. Mit der vollständigen Fertigstellung der Strecke Halkalı–Kapıkule wird die Türkei ihre Rolle im Eisenbahngüterverkehr zwischen Europa und Asien weiter stärken.