ANKARA – Die Türkei hat im Jahr 2025 einen drastischen Rückgang von Regenfällen verzeichnet: Landesweite Daten zeigen nur 86 Regentage, was den niedrigsten Wert seit mehr als fünf Jahrzehnten darstellt. Die offiziellen Zahlen stammen vom Ministerium für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel.
Im Vergleich zu den langfristigen Durchschnittswerten von rund 100 Regentagen pro Jahr liegt die Zahl der Niederschlagstage damit 14 Prozent darunter. Auch die Gesamtniederschlagsmenge ging deutlich zurück: Im sogenannten „Wasserjahr“ 2025, das vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 gemessen wird, fiel im Durchschnitt nur 422,5 Kilogramm Regen pro Quadratmeter. Das entspricht einem Rückgang von 26,3 Prozent gegenüber dem Mittelwert 1991–2020 von 573,4 Kilogramm pro Quadratmeter und einem Minus von 29,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders stark betroffen waren der Süden und Südosten des Landes, wo die Niederschläge in Südostanatolien um mehr als 50 Prozent zurückgingen. In weiten Teilen Zentralanatoliens fielen im Jahr 2025 weniger als 250 Millimeter Regen. Im Gegensatz dazu verzeichneten einige Gebiete der östlichen Schwarzmeerregion überdurchschnittliche Niederschläge.
Die Daten auf Einzugsgebietsebene zeigen, dass fast alle Flussbecken – mit Ausnahme des östlichen Schwarzmeers und des Çoruh-Beckens – unterdurchschnittlich mit Niederschlag versorgt wurden. Besonders stark betroffen war das Asi-Becken.
Experten warnen, dass der Rückgang sowohl der Regentage als auch der Niederschlagsmengen die meteorologische Dürregefahr deutlich erhöht und sich auf Wasserressourcen und die Landwirtschaft in der Türkei auswirken könnte.