Türkei: Diese Blume ist so wertvoll, dass sie unter Polizeischutz steht

25.10.2026 – 12:00 Uhr

KARABÜK – Angesichts stark gestiegener Preise lässt die Gendarmerie in Safranbolu in der nordwesttürkischen Provinz Karabük die wertvollen Safranfelder verstärkt bewachen. Das Kilogramm des Gewürzes kostet inzwischen bis zu 900.000 Türkische Lira (rund 18.000 US-Dollar). Die Behörden befürchten deshalb Diebstähle während der laufenden Erntezeit.

Safranbolu, dessen Name auf das türkische Wort für Safran zurückgeht, zählt zu den bekanntesten Anbaugebieten des Landes. Das Gewürz ist eng mit der Identität der historischen Stadt verbunden und gilt aufgrund seines hohen Wertes als „rotes Gold“.

Die Ernte findet im Oktober und November statt. Dabei werden die feinen roten Narben der violetten Safrankrokusse von Hand geerntet. Je nach Qualität und Marktpreis kostet ein Kilogramm Safran zwischen 600.000 und 900.000 Lira.

Um die Felder vor Diebstahl zu schützen, haben die Sicherheitskräfte ihre Überwachung ausgeweitet. Wärmebildkameras und Drohnen kommen rund um die Uhr zum Einsatz, zusätzlich patrouillieren Gendarmerieeinheiten und bewachen die Anbauflächen. Auch die Landwirte beteiligen sich und wechseln sich mit den Sicherheitskräften bei der Bewachung ihrer Ernte ab.

Der hohe Preis erklärt sich unter anderem durch den aufwendigen Anbau: Jede Blüte liefert lediglich drei rote Narben, die vorsichtig gepflückt und anschließend getrocknet werden müssen. Für eine kleine Menge des Gewürzes ist daher eine große Zahl an Blüten erforderlich.

Safran wird nicht nur als Gewürz und zum Färben von Lebensmitteln verwendet. Wegen seiner Inhaltsstoffe wie Crocin, Crocetin und Safranal ist er auch Gegenstand medizinischer Forschung. Untersucht werden unter anderem mögliche Auswirkungen auf Stimmung, Gedächtnis und prämenstruelle Beschwerden. Die wissenschaftlichen Belege für solche gesundheitlichen Effekte sind bislang jedoch begrenzt; weitere Studien sind notwendig.