Türkei: Berühmter Zoo nach 33 Jahren geschlossen – Streit und Kosten als Gründe

19.01.2026 – 9:00 Uhr

Einer der bekanntesten Zoos der Türkei hat für immer seine Tore geschlossen. Der Darıca Zoo im nordwesttürkischen Kocaeli beendete nach 33 Jahren überraschend alle Aktivitäten. Wie örtliche Medien berichteten, erfolgte die Schließung auf Beschluss der Gründungsfamilie.

Hinter dieser Entscheidung stehen langjährige Erbstreitigkeiten innerhalb der Familie Yalçın, die den Park betrieb. Anhaltende Rechtsstreitigkeiten und gestiegene Betriebskosten hätten den Druck erhöht und letztlich zur Schließung geführt. Die Familie selbst machte keine detaillierten öffentlichen Angaben zu den Gründen.

Alle Tiere sicher umgesiedelt

Laut Berichten wurden alle rund 3.600 Tiere aus 286 verschiedenen Arten unter Aufsicht von Veterinärteams und Behörden in andere Zoos im Land gebracht. Die Transfers erfolgten demnach strikt nach internationalen Gesundheits- und Sicherheitsprotokollen, um das Wohl der Tiere zu gewährleisten.

Der 1993 eröffnete Zoo, der auch als Botanischer Park mit über 600 Pflanzenarten bekannt war, entwickelte sich zu einer landesweit beliebten Attraktion für Touristen und Schulklassen. Auf dem 65 Hektar großen Gelände lebten zahlreiche Arten, darunter Hyänen, Affen, Krokodile, Braunbären, Giraffen und Nashörner. Wegen seiner erfolgreichen Zuchtprogramme für bedrohte Arten galt der Park als wichtige „Gen-Datenbank”.

Zukunft des Geländes ungewiss

Unklar ist bisher, was mit dem riesigen Areal geschehen soll. Bislang liegen keine offiziellen Pläne für eine Nachnutzung oder Neubebauung vor. Mit dem Darıca Zoo verliert die Türkei eine touristische Attraktion und ein etabliertes Zentrum für Artenschutz und Biodiversität.