Die Türkei hat ihre nationale Karte aktiver Erdbebenverwerfungen erstmals seit 13 Jahren umfassend überarbeitet. Die neue „Aktive Verwerfungskarte 2026“ enthält zahlreiche zusätzliche geologische Daten und zeigt deutlich mehr aktive Störungszonen als bisher.
Wie die staatliche türkische Rohstoff- und Geologieforschungsbehörde MTA bei der Vorstellung der neuen Karte mitteilte, basiert die Aktualisierung auf jahrelangen Feldstudien und wissenschaftlichen Untersuchungen. Das Projekt zur Überarbeitung war 2022 gestartet worden.
Nach Angaben von MTA-Generaldirektor Vedat Yanık stieg die Zahl der registrierten aktiven Verwerfungen erheblich an. Während die bisherige Karte aus dem Jahr 2013 insgesamt 485 aktive Störungen auswies, werden in der neuen Ausgabe nun 700 aktive Verwerfungen erfasst.
Die Türkei liegt innerhalb des geologisch hochaktiven Alp-Himalaya-Gürtels und zählt zu den erdbebengefährdetsten Regionen der Welt. Laut Yanık sind aktuelle tektonische Daten deshalb nicht nur für die Wissenschaft wichtig, sondern auch für Katastrophenschutz, Infrastrukturplanung und nachhaltige Stadtentwicklung.
Die neue Karte sowie die zugehörige digitale Datenbank sollen künftig als zentrale Grundlage für Erdbeben-Risikobewertungen, große Infrastrukturprojekte und nationale Schutzmaßnahmen dienen.
Die 1935 gegründete MTA spielt seit Jahrzehnten eine Schlüsselrolle bei geologischen Untersuchungen in der Türkei. Die Behörde war unter anderem an der Entdeckung bedeutender Öl-, Kupfer- und Seltenerd-Vorkommen beteiligt.