Istanbul – Fünf Monate nach dem mysteriösen Verschwinden des russischen Athleten Nikolai Andreevich Svechnikov gibt es traurige Gewissheit: Türkische Behörden haben bestätigt, dass die auf einem im Bosporus gefundenen Leichnam entdeckte Badebekleidung dem 30-jährigen Schwimmer gehört.
Der stark verweste Körper wurde am Morgen des 20. Januar bei routinemäßigen Meeresreinigungsarbeiten vor der Küste von Kuruçeşme im Istanbuler Stadtteil Beşiktaş entdeckt. Arbeiter alarmierten umgehend die Polizei, woraufhin die Meerespolizei die sterblichen Überreste barg und zur gerichtsmedizinischen Untersuchung brachte.
Nach Angaben der Istanbuler Staatsanwaltschaft wies der Körper schwere Verstümmelungen auf – Kopf und Gliedmaßen fehlten. Die Identifizierung erfolgte zunächst über die gefundene Badebekleidung, die eindeutig Svechnikov zugeordnet werden konnte. Zusätzlich wurden DNA-Proben entnommen, um die Identität offiziell zu bestätigen.
Svechnikov war am 24. August vergangenen Jahres während der 37. Ausgabe des traditionsreichen Bosporus-Querungsschwimmens verschwunden. Das internationale Rennen, bei dem Sportler zwischen Europa und Asien schwimmen, zieht jedes Jahr Tausende Teilnehmer an.
Als der Russe das Ziel nicht erreichte, starteten die Einsatzkräfte eine großangelegte Suchaktion im Bereich Kanlıca–Kuruçeşme. Trotz intensiver Unterwasser- und Oberflächensuchen blieb der Athlet zunächst verschwunden.
Im Anschluss leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Dabei wurden Rennaufnahmen, Überwachungsvideos, Hotel- und Krankenhausunterlagen ausgewertet sowie Aussagen von Veranstaltern, Teilnehmern und Angehörigen eingeholt. Hotelkameras zeigten Svechnikov am Morgen des Rennens, wie er allein sein Hotel verließ und sich zum Wettkampf begab.
Die genauen Umstände seines Todes sind weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.