Tränen und Triumph: 15 junge Männer erleben in Antalya den vielleicht stolzesten Tag ihres Lebens

16.05.2026 – 19:00 Uhr

Es war ein Tag, der unter die Haut ging. Begleitet von Tränen der Rührung, traditionellen Klängen und unbändigem Stolz wurden am Mittwoch 15 junge Männer mit Behinderung für einen Tag zu Soldaten. Im Rahmen der „Woche der Menschen mit Behinderung” (10.–16. Mai) organisierte die Stadtverwaltung Antalya eine feierliche Zeremonie, die den symbolischen Wehrdienst einläutete.

Vor dem Hauptgebäude der Stadtverwaltung bot sich ein Bild, das traditionelle Bräuche mit tiefer emotionaler Bedeutung verband. Unter den Klängen von Trommeln und Oboen (Davul und Zurna) wurde den jungen Rekruten das traditionelle Henna auf die Handflächen aufgetragen – ein Ritual, das die Wehrpflichtigen in der Türkei vor ihrem Dienstantritt segnen und beschützen soll. Während der Zeremonie flossen bei vielen Familien die Tränen, als sie ihre Söhne in diesem feierlichen Rahmen sahen.

Die Stimmung kippte jedoch schnell von stiller Rührung in ausgelassene Freude. Nach der Henna-Zeremonie brachen die jungen Männer gemeinsam mit ihren Angehörigen in einen traditionellen Halay-Tanz aus. Mit roten Tüchern um den Hals und türkischen Fahnen in den Händen feierten sie ihre bevorstehende, wenn auch nur eintägige militärische Pflicht.

Mehmet Karavural, Berater des Oberbürgermeisters von Antalya und Vorsitzender des Türkischen Behindertenverbandes, überreichte den Wehrpflichtigen auf Zeit das traditionelle „Soldatengeld”. In seiner Ansprache betonte er den hohen Stellenwert dieses Tages: „Diese seit Jahren durchgeführte und mittlerweile zur Tradition gewordene Veranstaltung erfüllt uns mit großem Stolz. Heute verabschieden wir euch mit erhobenem Haupt in das Haus des Propheten.“

Nach dem emotionalen Abschied wurden die jungen Männer mit Fahrzeugen der Stadtverwaltung zum 3. Er-Ausbildungs-Brigadekommando gebracht. Dort absolvierten sie ihren symbolischen, eintägigen Wehrdienst. Für die Familien wurde damit ein oft unerfüllbarer Traum wahr: Ihre Kinder in Uniform zu sehen und ihnen die Ehre zuteil werden zu lassen, die mit der Erfüllung der vaterländischen Pflicht verbunden ist.