Tourismusminister Ersoy: Trotz regionaler Krise stabile Tourismuseinnahmen im ersten Halbjahr 2026

03.08.2026 – 14:00 Uhr

Trotz des eskalierten Krieges zwischen Iran, Israel und den USA hat die türkische Tourismusbranche das erste Halbjahr 2026 mit weitgehend stabilen Einnahmen abgeschlossen. Wie Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy am Mittwoch in Istanbul mitteilte, beliefen sich die Tourismuserlöse in den ersten sechs Monaten auf 25,7 Milliarden US-Dollar. Damit liegen sie auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Zahl der Besucher blieb mit 25,8 Millionen nahezu unverändert.

Ersoy sprach von einer Phase, in der geopolitische Spannungen die internationale Reisemobilität, den Flugverkehr und Buchungsprozesse stark beeinträchtigt hätten. Die Türkei habe sich in diesem Umfeld jedoch als „Stabilitätsinsel in einem Feuerring“ behauptet. Entscheidend hierfür seien langjährige Vorbereitungen auf krisenhafte Entwicklungen gewesen, darunter die Gründung der nationalen Tourismusagentur TGA, eine größere Produktvielfalt und die Erschließung neuer Quellmärkte.

Trotz der stabilen Besucherzahl verbuchte der Sektor bei den Pro-Kopf-Ausgaben und der Aufenthaltsdauer Zuwächse. So stiegen die durchschnittlichen Ausgaben pro Person und Übernachtung von 106 auf 109 Dollar, bei ausländischen Gästen sogar auf 122 Dollar. Die durchschnittliche Verweildauer legte leicht auf 10,01 Übernachtungen zu. Die wichtigsten Herkunftsmärkte waren Russland, Deutschland und Großbritannien.

Zur Stützung der Branche hat die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan ein 66 Milliarden Lira schweres Maßnahmenpaket aufgelegt. Dieses umfasst unter anderem Kreditmöglichkeiten von 60 Milliarden Lira, monatliche Sozialversicherungszuschüsse von 3.500 Lira pro Beschäftigtem im Beherbergungsgewerbe sowie eine bis zum Jahresende gesenkte Übernachtungssteuer von einem Prozent.

Minister Ersoy führte die relative Stabilität auch auf eine breit angelegte internationale Vermarktungsstrategie zurück. Von der TGA produzierte Miniserien über Natur- und Kulturschätze der Türkei verzeichneten demnach mehr als fünf Milliarden Abrufe. Zudem hätten Großereignisse wie das UEFA-Europa-League-Finale in Istanbul, Konzerte internationaler Stars und die für 2027 angekündigte Rückkehr der Formel 1 das Profil der Türkei als sicheres Reiseziel geschärft. Für das dritte Quartal stellte Ersoy ein positives Wachstum in Aussicht, da die intensive Krisenkommunikation der Agentur Sicherheitsbedenken weitgehend zerstreut habe.