Tornado-Katastrophe in Antalya: Bauunternehmer und Bauleiter in Haft

Bild: DHA
29.10.2026 – 12:00 Uhr

Nach dem tödlichen Tornado auf einer Baustelle im Stadtteil Kepez von Antalya sind der Bauunternehmer und der Bauleiter festgenommen worden. Bei dem Unglück am 26. Oktober waren vier Bauarbeiter ums Leben gekommen, ein weiterer Mann wurde verletzt.

Der Tornado war während heftiger Regenfälle auf der Baustelle im Viertel Fevzi Çakmak aufgetreten. Er riss zwei Wohncontainer, in denen sich Arbeiter aufhielten, mit sich und brachte zudem einen rund 40 Meter hohen Turmdrehkran zum Umstürzen.

Rettungskräfte befreiten die Arbeiter aus den Containern und brachten sie in Krankenhäuser. Für den 30-jährigen Aycan Kılınç sowie die drei syrischen Arbeiter Muhammet Mustafa el Naim, İsa Musa el Nevaf und Selahattin Muhammed el Naim kam jede Hilfe zu spät. Der Baustellenwärter Cumali Kurak wurde verletzt.

Die Wucht des Tornados schleuderte Teile der Container über das Gelände. Auch eine Sicherheitsmauer einer benachbarten Wohnanlage, das Dach einer nahe gelegenen Schule und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Nach bisherigen Erkenntnissen verfolgten die Arbeiter gerade das Fußball-Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahçe, als der Tornado aufkam.

Zwei Verdächtige in Untersuchungshaft

Im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Antalya wurden vier Personen festgenommen: der Bauunternehmer Mevlüt Ç., seine Frau Ş.Ç., Bauleiter Deniz K. und der Arbeitsschutzexperte İ.A.

Nach ihrer Vernehmung wurden alle vier dem Gericht vorgeführt. Auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens ordnete das Gericht für den Bauunternehmer und den Bauleiter Untersuchungshaft an. Ihnen wird vorgeworfen, durch fahrlässiges Verhalten den Tod mehrerer Menschen verursacht zu haben. Die Ehefrau des Bauunternehmers und der Arbeitsschutzexperte kamen unter Auflagen frei.

Identität dreier Opfer noch ungeklärt

Die Leichen der vier verstorbenen Arbeiter waren nach der Untersuchung am Unglücksort in die Gerichtsmedizin in Antalya gebracht worden. Der Leichnam von Aycan Kılınç wurde nach Abschluss der Formalitäten seinen Angehörigen übergeben und in seine Heimatprovinz Niğde überführt.

Bei den drei syrischen Arbeitern liefen die Identifizierungsarbeiten zunächst weiter, da sie keine Ausweisdokumente bei sich hatten.