ANTALYA – Nach einem tödlichen Messerangriff in einem Park in Antalya hat der Angeklagte Sedat D. erstmals vor Gericht ausgesagt. Dem Mann wird vorgeworfen, Ali Haydar Ö. (58) erstochen zu haben. Vor der Antalya 1. Ağır Ceza Mahkemesi erklärte der Angeklagte: „Als ich das Messer schwang, bemerkte ich, dass das Opfer zu Boden fiel. Ich dachte zunächst, er sei nicht verletzt und vermutete später sogar einen Herzinfarkt.“
Die Tat ereignete sich am 1. November 2025 gegen 12.30 Uhr im Fatih Sultan Mehmet Parkı im Stadtteil Ulus Mahallesi im Bezirk Kepez. Laut Ermittlungen saß D. dort auf einer Parkbank und trank Alkohol, als er den vorbeigehenden Ö. mit einem Messer in die Brust stach.
Nach Hinweisen von Passanten wurden Polizei und Rettungskräfte alarmiert. Der bewusstlose Ö. wurde in ein Krankenhaus gebracht und operiert, erlag jedoch später seinen Verletzungen.
Flucht auf Überwachungskameras festgehalten
Ermittler der Mordkommission der Antalya Emniyet Müdürlüğü nahmen den nach der Tat geflüchteten Verdächtigen kurze Zeit später fest. Seine Flucht wurde von Überwachungskameras umliegender Geschäfte aufgezeichnet. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Mann mit einem Messer in der Hand ruhig davonläuft, das Blut an seiner Hand im Gras des Parks abwischt und anschließend über ein Metalltor eines Wohnhauses klettert.
Nach den Untersuchungen in der Gerichtsmedizin wurde der Leichnam des Opfers von Angehörigen abgeholt. Die Familie spendete zudem die Hornhäute des Verstorbenen.
Angeklagter: „Ich wollte ihn nur erschrecken“
Vor Gericht schilderte D. seine Version des Geschehens. Er habe sich am Tattag zuvor mit seiner Ex-Frau gestritten und sei anschließend in den nahegelegenen Park gegangen, um Alkohol zu trinken.
„Wir haben uns nur kurz angesehen. Nachdem er mich geschlagen hatte, dachte ich, er könnte etwas aus seinem Gürtel ziehen. Ich zog mein Messer, das ich bei mir hatte, um Salami für die Katzen zu schneiden, und wollte ihn nur erschrecken“, sagte der Angeklagte.
Der Vorsitzende Richter fragte zudem, ob D. unter Drogeneinfluss gestanden habe. D. erklärte, er habe zwar in der Vergangenheit wegen Drogendelikten eine fünfjährige Haftstrafe verbüßt, am Tag der Tat jedoch keine Drogen konsumiert.
Tochter des Opfers: „Sein einziges Vergehen war, dort zu sein“
Die Tochter des Opfers, Kader Y., sagte im Gerichtssaal, sie habe den Angeklagten zuvor nie gesehen. „Mein Vater war nur zum Spazierengehen in diesem Park. Sein einziges Vergehen war, dort zu sein“, erklärte sie.
Das Gericht ordnete die Auswertung der Videoaufnahmen an und entschied, dass der Angeklagte weiterhin in Untersuchungshaft bleibt. Die Verhandlung wurde vertagt.