Tödliche Warteminuten auf Aegina: Urlauberin stirbt am Strand – kein Rettungswagen verfügbar

Symbolbild: Pexels.com
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28.08.2025 – 10:00 Uhr

Eine 79-jährige Frau ist auf der griechischen Insel Aegina gestorben, nachdem sie über 80 Minuten auf einen Rettungswagen warten musste, der nie kam. Der Vorfall, der sich am Strand von Agia Marina ereignete, hat landesweit Empörung ausgelöst und eine offizielle Untersuchung zur mangelhaften Notfallversorgung auf der Insel eingeleitet.

Wie der National Herald berichtet, war zum Zeitpunkt des Notrufs kein Fahrer im Dienst – obwohl Aegina in den Sommermonaten bis zu 80.000 Menschen beherbergt. Das Gesundheitszentrum der Insel bestätigte, dass nur drei von sechs vorgesehenen Fahrern aktuell beschäftigt seien – und keiner davon auf Abruf war.

Keine Hilfe trotz Notrufen

Anwesende Badegäste sowie ein zufällig am Strand befindlicher Arzt leisteten Erste Hilfe und setzten wiederholt Notrufe ab. Doch die Frau verstarb noch am Strand, während sie vergeblich auf den Rettungsdienst wartete. Das Gesundheitszentrum selbst liegt nur etwa 20 bis 25 Minuten vom Unglücksort entfernt – doch niemand fuhr sie hin.

Ein Sprecher der zuständigen Gesundheitsbehörde (2. Gesundheitsregion Piräus und Ägäis) sprach von einem „Verwaltungsfehler“, der zu dem personellen Ausfall geführt habe. Eine genauere Aufarbeitung wurde angekündigt.

Wiederholte Vorfälle – Kritik wächst

Laut Antonia Dimitroulakou, Vorsitzende des Lehrerverbands der Saronischen Inseln, ist dies bereits der dritte vergleichbare Fall im August. Auch bei einem Verkehrsunfall und einem Quad-Unfall mit französischen Touristen sei keine Ambulanz verfügbar gewesen.

„Die Bevölkerung ist entsetzt. Wir fordern seit Monaten bessere medizinische Versorgung – doch unsere Bitten bleiben unbeantwortet“, sagte Dimitroulakou gegenüber der Zeitung Kathimerini.

Auch Chrysopigi Politaki, eine Inselbewohnerin, berichtete dem National Herald von einem ähnlichen Erlebnis: Nach einem Unfall musste sie über eine Stunde auf der Straße ausharren, wurde schließlich mit einem Polizeiauto – ein normalerweise unzulässiger Transport – in Sicherheit gebracht und später per Luftrettung nach Athen ausgeflogen.