Tägliches Risiko: 82-Jährige in der Türkei muss mit der Seilbahn über den Abgrund – weil es keine Straße gibt!

Bilder: DHA
01.04.2026 – 15:00 Uhr

RİZE (DHA) – Jeden Tag ein riskanter Weg über den Abgrund: In einem Dorf bei Rize ist die 82-jährige Makbule Bozkurt gezwungen, eine primitive Seilbahn zu nutzen, um ihr Zuhause zu erreichen. Eine Straße gibt es nicht.

Das zweistöckige Haus der Seniorin liegt rund 110 Meter von der nächsten Straße entfernt – mitten in steilem, schwer zugänglichem Gelände. Weil sie den schmalen, gefährlichen Fußweg aufgrund ihres Alters nicht mehr bewältigen kann, bleibt ihr nur eine drastische Alternative: eine selbstgebaute Seilbahn aus Stahlseilen, die eigentlich für den Transport von Lasten gedacht ist.

Die rund 180 Meter lange Konstruktion führt in etwa 20 Metern Höhe über das steile Gelände – stellenweise mit bis zu 60 Grad Gefälle. In die kleine Kabine wird Bozkurt von ihren Kindern sogar mit Seilen gesichert, bevor sie langsam den Hang hinabgelassen oder wieder hinaufgezogen wird.

„Ich habe Angst, aber was soll ich tun? Wir haben keinen Weg“, sagt die 82-Jährige. Immer wieder sei sie bereits gestürzt, klagt über Schmerzen und bittet verzweifelt um Hilfe: „Ich will einfach nur eine Straße.“

Die Seilbahn ist für die Familie überlebenswichtig. Lebensmittel, Brennholz – sogar Kranke werden auf diesem Weg transportiert. Doch jeder Einsatz ist ein Risiko. Fällt der Strom aus oder geht die Anlage kaputt, ist die Familie von der Außenwelt abgeschnitten.

Auch Sohn Mustafa Bozkurt lebt täglich mit der Angst um seine Mutter: „Wenn sie krank ist, müssen wir sie damit runterbringen. Es dauert 15 Minuten – und wir warten unten und hoffen nur, dass nichts passiert.“

Die Familie fordert seit Jahren den Bau einer Zufahrtsstraße. Doch bislang blieb jede Hilfe aus. Für Makbule Bozkurt bedeutet das: weiterleben – über dem Abgrund.