In der türkischen Hochzeitsbranche etabliert sich ein neuer Trend: Immer mehr Paare buchen symbolische Trauungen mit professionellen Schauspielern in amtlich anmutenden Roben. Die Zeremonien imitieren eine standesamtliche Eheschließung bis ins Detail, entfalten jedoch keinerlei rechtliche Wirkung.
Laut Branchenvertretern verzeichnen Eventagenturen landesweit eine wachsende Nachfrage nach diesem Format, das vor allem bei Hotelhochzeiten und Feiern auf dem Land zum Einsatz kommt. Die Preise für die buchbaren „theatralischen Trauoffiziellen” bewegen sich je nach Aufwand zwischen 6.000 Türkischen Lira (rund 110 Euro) und 23.000 Lira (etwa 425 Euro).
Die Zielgruppe ist heterogen. Viele Paare lassen sich zunächst in einer schlichten standesamtlichen Zeremonie rechtskräftig trauen und holen das emotionale Hochzeitserlebnis später mit einer inszenierten Zeremonie nach. Andere feiern in mehreren Städten und engagieren für die zweite Feier einen Schauspieler, da die rechtliche Eheschließung nur einmal vollzogen werden kann. Auch Ehepaare, die ihr Gelübde erneuern wollen, greifen auf das Angebot zurück.
Die Veranstalter betonen, dass die Zeremonien ausnahmslos symbolischen Charakter haben. Die eingesetzten Unterlagen sind Requisiten ohne rechtliche Relevanz und die Darsteller sind nicht befugt, offizielle Ehen zu schließen. Rechtsexperten sehen in dieser Praxis kein juristisches Risiko, solange beide Partner über den fiktiven Charakter der Handlung informiert sind und keine gefälschten Dokumente bei Behörden eingereicht werden.
Die Drehbücher werden individuell auf das Paar zugeschnitten – von humorvoll-leicht bis tiefernst und personalisiert.