Ein routinemäßiger Inlandsflug von Bodrum nach Ankara wurde am Mittwoch zum Schauplatz einer erbitterten Auseinandersetzung. Auslöser war eine gängige, aber riskante Praxis der Luftfahrtbranche: Die zuständige Fluggesellschaft hatte mehr Tickets verkauft, als es Sitzplätze im Flugzeug gab.
Ein Passagier, der eigenen Angaben zufolge den Check-in fristgerecht abgeschlossen und seinen zugewiesenen Sitzplatz eingenommen hatte, sollte auf Anweisung der Kabinenbesatzung das Flugzeug wieder verlassen. Als Grund wurde die Überbuchung des Fluges genannt.
Der Betroffene widersetzte sich der Aufforderung und begann, die Situation mit seinem Mobiltelefon zu dokumentieren. In der Aufnahme ist zu hören, wie er seinem Unmut Luft macht: „Ich habe den Check-in gemacht, ich habe meinen Sitzplatz, aber die sagen, es sei overbooked. Ich will nicht aussteigen. Die haben die Polizei gerufen. Gleich wollen sie mich mit Polizeigewalt rausholen.“
Die Situation eskalierte, als daraufhin tatsächlich Polizeikräfte die Maschine betraten. Die Anwesenheit der Beamten sorgte für eine spürbar angespannte Atmosphäre in der Kabine. Andere Fluggäste verfolgten den Vorfall, bei dem der Passagier schließlich zum Verlassen des Flugzeugs gezwungen werden sollte, mit ungläubigem Erstaunen.
Informationen über eine mögliche Entschädigung für den betroffenen Fluggast sowie eine Stellungnahme der Airline zu dem polizeilichen Eingriff lagen zunächst nicht vor.