Sieben Tote bei Fährunglück vor Nordzypern

31.08.2026 – 8:00 Uhr

KYRENIA – Bei einem schweren Fährunglück vor der Küste von Nordzypern sind am Sonntag sieben Menschen ums Leben gekommen. Eine Passagierfähre mit rund 270 Menschen an Bord kenterte kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Kyrenia. Das Schiff war auf dem Weg nach Taşucu im Süden der Türkei.

Nach Angaben des nordzyprischen Ministerpräsidenten Ünal Üstel befanden sich insgesamt 267 Menschen an Bord – 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. 172 Menschen konnten zunächst gerettet werden. Die Rettungsarbeiten dauerten am Sonntagabend noch an.

Die Fähre der Reederei Filo Denizcilik war gegen Mittag aus dem Hafen von Kyrenia ausgelaufen. Nach Angaben des nordzyprischen Ministers für öffentliche Arbeiten und Verkehr, Erhan Arıklı, geriet das Schiff kurz nach der Abfahrt in Schwierigkeiten. Eine erste hohe Welle traf die Fähre, anschließend drang nach einer weiteren Welle Wasser in das Schiff ein.

Der Kapitän versuchte demnach, die Fähre zurück in Richtung Hafen zu steuern. Das Schiff kenterte jedoch etwa vier Seemeilen vor der Küste, bevor es den Hafen erreichen konnte.

Rettungskräfte waren nach dem Eingang des Notrufs innerhalb von etwa 15 bis 20 Minuten am Unglücksort. Küstenwachboote und Hubschrauber beteiligten sich ebenso an der Rettungsaktion wie zivile Schiffe und eine Passagierfähre eines anderen Unternehmens.

Auf Videoaufnahmen waren Menschen mit roten Rettungswesten zu sehen, die auf dem umgekippten Schiff saßen oder standen und auf ihre Rettung warteten.

Auch die Türkei unterstützte den Einsatz. Türkische Marineschiffe, ein Hubschrauber und weitere Rettungskräfte wurden zur Unglücksstelle entsandt. Vizepräsident Cevdet Yılmaz erklärte, die Türkei stehe den Behörden in Nordzypern bei den Rettungsmaßnahmen zur Seite.

Die Geretteten wurden auf andere Schiffe gebracht und anschließend zum Hafen von Kyrenia transportiert. Dort standen Rettungswagen und medizinische Teams bereit. Der Zivilschutz richtete zudem ein provisorisches medizinisches Behandlungszentrum ein. Schwer verletzte Personen sollten umgehend in Krankenhäuser gebracht werden.

Üstel zufolge war die Überfahrt ursprünglich bereits für den Vortag geplant gewesen, wurde wegen der Wetterbedingungen jedoch auf Sonntag verschoben. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten weiterhin raue Seebedingungen mit hohen Wellen.

Die genaue Ursache des Unglücks soll nun im Rahmen einer Untersuchung geklärt werden.