ŞANLIURFA – Archäologen haben in Karahantepe im Südosten der Türkei eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: Bei den diesjährigen Ausgrabungen wurde eine rund 11.000 Jahre alte Komposit-Skulptur gefunden, die einen Menschen auf dem Rücken eines Leoparden darstellt.
Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy gab den Fund über seine sozialen Medien bekannt. Die etwa 70 Zentimeter hohe Statue weist nach seinen Angaben einen bislang einzigartigen Stil auf.
11.000 Jahre lang am selben Ort
Besonders bemerkenswert ist der Fundort: Die Skulptur wurde offenbar genau dort entdeckt, wo sie vor rund 11.000 Jahren zurückgelassen worden war.
Das Werk verbindet eine menschliche und eine tierische Figur in einer gemeinsamen Darstellung. Der Mensch sitzt auf dem Rücken des Leoparden – eine ungewöhnliche Komposition für diese frühe Phase der Menschheitsgeschichte.
Die Ausgrabungen in Karahantepe laufen seit 2019 und sind Teil des türkischen Projekts „Geleceğe Miras“ („Erbe für die Zukunft“). Jahr für Jahr werden dort neue Bauwerke und Artefakte freigelegt.
Gefunden auf einer steinernen Sitzbank
Die Statue lag in einem etwa drei Meter großen Bauwerk, dessen Boden mit flachen Steinen ausgelegt war. Archäologen stellten fest, dass die Skulptur auf einer entlang der Wand verlaufenden steinernen Sitzbank platziert worden war.
Nach Einschätzung von Minister Ersoy könnte der Fund neue Fragen über die frühesten Entwicklungsphasen der Menschheitsgeschichte aufwerfen und auch in der internationalen Wissenschaft für großes Interesse sorgen.
„Wir haben in Karahantepe eine einzigartige, 11.000 Jahre alte Statue ans Licht gebracht“, erklärte Ersoy. Er dankte den zuständigen Behörden, dem Grabungsteam, den Wissenschaftlern und allen Mitarbeitern vor Ort für ihre Arbeit.
Die außergewöhnliche Leopard-Statue liefert damit einen weiteren spektakulären Einblick in eine Zeit, aus der nur wenige vergleichbare Zeugnisse erhalten sind.