Seltenes Osman-Hamdi-Bey-Gemälde kommt in London unter den Hammer

09.03.2026 – 18:00 Uhr

ISTANBUL – Eines der berühmtesten Werke des türkischen Malers Osman Hamdi Bey, „Cami Kapısında“ („Am Moschee-Eingang“), wird am 25. März in London versteigert. Die Auktion findet im Rahmen der Bonhams-Versteigerung für Kunst des 19. Jahrhunderts und britischen Impressionismus statt und bietet Sammlern die seltene Gelegenheit, ein Stück osmanischen Kulturerbes zu erwerben.

Laut Bonhams wurde das Gemälde 1895 direkt beim Künstler erworben und wird nun erstmals öffentlich angeboten. Der Schätzpreis liegt zwischen 2 und 3 Millionen Pfund (ca. 2,8 bis 4 Millionen US-Dollar).

Charles O’Brien, Direktor für Gemälde des 19. Jahrhunderts bei Bonhams, bezeichnete das Werk als eines der eindrucksvollsten von Osman Hamdi Bey. Besonders hervorzuheben seien die Größe des Gemäldes und die detailreiche Darstellung, die den unverwechselbaren Stil des Künstlers widerspiegeln.

Das Gemälde zeigt den Haupteingang der Muradiye-Moschee in der nordwesttürkischen Provinz Bursa. Osman Hamdi Bey hat sich selbst gleich in drei verschiedenen Figuren innerhalb der Szene dargestellt. Das Werk verbindet eine zeitgenössische Straßenszene mit architektonischen Elementen osmanischer Moscheen aus dem 15. Jahrhundert und ist ein bedeutendes Beispiel für die orientalistische Malerei des Künstlers.

Bonhams hatte 2019 bereits einen Rekord für Osman Hamdi Bey aufgestellt: Sein Gemälde „Genç Kadın Okurken“ („Junge Frau beim Lesen“) erzielte damals 6,6 Millionen Pfund, den höchsten Auktionspreis für ein Werk des Künstlers.

Osman Hamdi Bey wurde in Paris bei Gustave Boulanger und dem berühmten Orientalisten Jean-Léon Gérôme ausgebildet. Er gilt als Brücke zwischen der osmanischen und europäischen Kunstwelt. Neben seiner Malerei spielte er auch eine zentrale Rolle im türkischen Kulturerbe als Direktor des Istanbul Archäologischen Museums ab 1881.