Şırnak (DHA) – In der osttürkischen Provinz Şırnak ist ein Anatolischer Leopard, eine der seltensten Großkatzen der Welt, von einem Dorfbewohner gefilmt worden. Die Art gilt laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „vom Aussterben bedroht“.
Die Aufnahme entstand im ländlichen Gebiet des Bezirks İdil und sorgt bei Experten für große Aufmerksamkeit. Der Anatolische Leopard, auch Anatolischer Pardel genannt, wurde in den vergangenen Jahren nur vereinzelt nachgewiesen – meist durch Fotofallen oder Zufallsaufnahmen von Anwohnern.
Der Biodiversitäts- und Umweltschutzexperte Prof. Dr. Ahmet Kılıç erklärte, die Sichtung belege die außergewöhnliche biologische Vielfalt der Türkei. Das Vorkommen des Leoparden sei ein Hinweis auf ein funktionierendes Ökosystem, da das Tier an der Spitze der Nahrungskette stehe und nur dort überleben könne, wo ausreichend Beutetiere wie Wildschafe, Ziegen, Hirsche, Hasen oder Wildschweine vorhanden seien.
Nach Angaben von Kılıç wurde der Anatolische Leopard bereits 2013 in der benachbarten Provinz Diyarbakır nachgewiesen. Aktuelle Beobachtungen aus Südostanatolien, Ostanatolien und weiteren Regionen wie dem Schwarzen Meer deuteten darauf hin, dass die Art weiterhin in verschiedenen Teilen des Landes existiere.
Der Experte betonte die Bedeutung von Aufklärung und Schutzmaßnahmen. Insbesondere in ländlichen Gebieten müsse die Bevölkerung über das Verhalten gegenüber Wildtieren informiert werden. Zuständig sei unter anderem die Generaldirektion für Jagd und Wildtiere im türkischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft.
Der Anatolische Leopard gilt als Schlüsselart für den Naturschutz. Sein Schutz sei entscheidend für den Erhalt der ökologischen Vielfalt in der Region.