ISTANBUL – Ein heftiger Sturm mit starken Windböen hat am Donnerstag das öffentliche Leben in Istanbul massiv beeinträchtigt. Wie das Gouverneursamt von Istanbul mitteilte, gingen zwischen den Morgenstunden und 18 Uhr insgesamt 350 Notrufe ein.
Demnach wurden 45 umgestürzte Bäume, 89 abgedeckte Dächer, 214 gefährliche herabfallende Teile, der Einsturz eines leerstehenden Gebäudes sowie der Zusammenbruch einer Stützmauer gemeldet. Einsatzkräfte von AFAD, Feuerwehr und Rettungsdiensten rückten zu zahlreichen Einsätzen aus. Eine Person wurde dabei leicht verletzt.
Nach Angaben der Behörden setzte der Sturm gegen 5 Uhr morgens ein und sollte bis in die späten Abendstunden anhalten. Die Bevölkerung wurde eindringlich gewarnt, sich vor herabfallenden Dachteilen, Kohlenmonoxid- und Erdgasvergiftungen sowie möglichen Überschwemmungen zu schützen.
Der Sturm führte auch zu erheblichen Einschränkungen im Verkehr. Der Schiffsverkehr auf dem Bosporus wurde zeitweise in beide Richtungen gesperrt und erst am späten Nachmittag wieder freigegeben. Sämtliche Fahrten von İDO, BUDO sowie der Şehir Hatları wurden abgesagt. An den Flughäfen fielen insgesamt 97 Flüge aus, davon 64 am Flughafen Istanbul und 33 am Flughafen Sabiha Gökçen.
Besonders schwer betroffen war der Stadtteil Tuzla. Dort kenterten mehrere am Ufer vertäute Boote, einige wurden durch hohe Wellen zerstört. Insgesamt wurden 45 Boote beschädigt. Eine Person, die ins Meer stürzte, konnte sich an Seilen festhalten und wurde mit Hilfe von Passanten gerettet. Die dramatischen Szenen wurden mit Handykameras gefilmt.
Die Polizei sperrte betroffene Küstenabschnitte ab. Die Behörden kündigten an, die Lage weiterhin aufmerksam zu beobachten und appellierten an die Bevölkerung, unnötige Wege zu vermeiden.