ISTANBUL (DHA) – Bei einem Schusswechsel mit der Polizei nahe dem israelischen Konsulat in Istanbul ist am 7. April ein Angreifer getötet worden, zwei weitere wurden verletzt. Nach Angaben der Behörden hatte einer der Täter Verbindungen zu einer religiös-extremistischen Organisation.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstag gegen Mittag im Stadtteil Beşiktaş. Medienberichten zufolge dauerte der Schusswechsel rund zehn Minuten. Polizeikräfte waren rasch mit einem Großaufgebot vor Ort.
Die Angreifer trugen taktische Tarnkleidung, hatten Rucksäcke dabei und waren mit Langwaffen ausgerüstet, teilten die Behörden mit. Innenminister Mustafa Çiftçi erklärte, die Verdächtigen seien in einem Mietwagen aus der Nachbarprovinz Kocaeli nach Istanbul gereist.
Einer der Täter habe Verbindungen zu einer religiösen extremistischen Gruppierung gehabt, ohne dass deren Name genannt wurde. Zudem sei festgestellt worden, dass es sich bei zwei der Angreifer um Brüder handelt, von denen einer bereits wegen Drogendelikten vorbestraft sei.
Bei dem Schusswechsel wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt.
Im Zuge des Angriffs wurde die wichtige Verkehrsachse Büyükdere Caddesi, an der sich zahlreiche Bürogebäude und Geschäftstürme befinden, vorübergehend für den Verkehr gesperrt.
Istanbuls Gouverneur Davut Gül bezeichnete den Vorfall als „provokative Tat“ und erklärte, der Angriff sei dank des schnellen Eingreifens der Polizei mit minimalem Schaden eingedämmt worden.
Nach Angaben von Sicherheitskreisen hatten die Behörden bereits in den Tagen zuvor Vorsichtsmaßnahmen verstärkt, da im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ein mögliches Anschlagsrisiko bestand.
Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass drei Verdächtige versucht haben, einen Anschlag auf Büroräume des Konsulats im siebten Stock eines Gebäudes im Stadtteil Levent zu verüben. Sicherheitskräfte am Eingang bemerkten die Angreifer und forderten sie zum Anhalten auf. Als diese das Feuer eröffneten, kam es zu dem Schusswechsel.
Türkische Behörden leiteten eine Untersuchung zu dem Vorfall ein.
Zahlreiche Videos, die den Schusswechsel zeigen, verbreiteten sich in sozialen Medien und im Fernsehen. Medienaufsichtsbehörden warnten vor der Ausstrahlung gewalthaltiger Aufnahmen aus dem Angriff, der sich in einem der belebtesten Finanzviertel der Stadt ereignete.