In Istanbul haben Gendarmerie-Einheiten bei einer gezielten Kontrolle eines geparkten Fahrzeugs im Stadtteil Sancaktepe eine umfangreiche Sammlung historischer Artefakte sichergestellt. Insgesamt wurden 8.582 Objekte entdeckt, die nach ersten Einschätzungen aus der Byzantinischen, Römischen und Osmanischen Zeit stammen.
Vier Verdächtige wurden festgenommen, einer von ihnen später in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Verstößen gegen das Gesetz zum Schutz von Kultur- und Naturdenkmalen erhoben und fordert bis zu fünf Jahre Haft.
Bei der Fahrzeugdurchsuchung fanden die Ermittler unter anderem Münzen aus byzantinischer, mittelalterlicher, römischer und islamischer Zeit, Bronzefiguren von Menschen und Tieren, Anhänger, Ringe, Perlen, ein Kreuzkettchen sowie diverse liturgische und allegorische Figuren und archäologische Objekte. Ein vorläufiges Gutachten bestätigte, dass 8.581 der Objekte unter den Schutz archäologischer und ethnografischer Artefakte fallen; nur eines wurde als Replik identifiziert.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass der Umfang und die Art der Sammlung auf kommerzielle Absichten hindeuten.
Die Verdächtigen bestritten jede Straftat und lieferten unterschiedliche Erklärungen über die Herkunft der Objekte. Einer gab an, die Gegenstände am Ufer eines Sees gefunden und einem Experten zur Bewertung vorgelegt zu haben, ein anderer behauptete, sie aus Neugier gesammelt zu haben.
Die Behörden halten jedoch weiterhin an den Vorwürfen des illegalen Handels mit Kulturgütern fest.