TUNCELİ – Im Fall der seit 2020 vermissten Studentin Gülistan Doku hat ein wichtiger Zeuge schwere Vorwürfe erhoben. Der in den USA festgenommene Umut Altaş beschuldigte in seiner Aussage den Sohn des damaligen Gouverneurs von Tunceli, Mustafa Türkay Sonel, des Mordes an der jungen Frau.
Altaş war festgenommen worden, nachdem die türkischen Behörden im Rahmen der Ermittlungen einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatten. Medienberichten zufolge wurde er in Pennsylvania zwei Tage lang von FBI-Beamten vernommen.
Das 34-seitige Vernehmungsprotokoll wurde anschließend im Rahmen der gegenseitigen Rechtshilfe an die türkischen Behörden übermittelt. Darin erklärte Altaş, er habe den Mord an Doku mit eigenen Augen gesehen.
Seiner Aussage zufolge soll Mustafa Türkay Sonel Doku in einem Fahrzeug erschossen haben. Anschließend hätten Sonel und Altaş die Leiche in den Kofferraum des Wagens gelegt.
Auf die direkte Frage der FBI-Ermittler, ob er persönlich anwesend gewesen sei und die Tat selbst beobachtet habe, antwortete Altaş demnach mit Ja.
Darüber hinaus behauptete Altaş, Sonel habe unmittelbar nach der Tat Şükrü Eroğlu kontaktiert, einen Leibwächter seines Vaters, des damaligen Gouverneurs Tuncay Sonel. Anschließend habe Sonel ihn mit den Worten beruhigt: „Mein Vater wird das regeln.“
Im Fall Gülistan Doku kam es zuletzt zu mehreren aufsehenerregenden Festnahmen. Zu den derzeit Inhaftierten gehören der frühere Gouverneur Tuncay Sonel, sein Sohn, ein Chefarzt, ein ehemaliger Beamter, der beschuldigt wird, wichtige digitale Beweise gelöscht zu haben, sowie Dokus Freund, dessen Mutter und dessen Stiefvater, ein ehemaliger Polizist.