Istanbul – Wer mit einem türkischen Pass in den Schengen-Raum reisen möchte, muss je nach Zielland mit sehr unterschiedlichen Chancen auf ein Visum rechnen. Eine Auswertung offizieller Konsulatsdaten der vergangenen fünf Jahre zeigt: Während die durchschnittliche Ablehnungsquote für Antragsteller aus der Türkei bei 14,01 Prozent lag, überschritten einige Länder die Marke von 30 Prozent. Spitzenreiter war Estland, wo mehr als jeder dritte Antrag abgelehnt wurde.
Estland und Dänemark mit den höchsten Ablehnungsquoten
Unter den 27 untersuchten Ländern verzeichnete Estland mit 35,93 Prozent die höchste Ablehnungsquote. Dänemark folgte mit 33,17 Prozent. Auch Litauen und Norwegen lehnten jeweils knapp 30 Prozent der Anträge ab.
Die zehn Länder mit den höchsten Ablehnungsquoten waren:
- Estland – 35,93 Prozent
- Dänemark – 33,17 Prozent
- Litauen – 29,87 Prozent
- Norwegen – 29,78 Prozent
- Finnland – 28,39 Prozent
- Belgien – 25,79 Prozent
- Schweden – 24,82 Prozent
- Lettland – 22,54 Prozent
- Malta – 22,06 Prozent
- Deutschland – 21,07 Prozent
Damit lag die Ablehnungsquote für Visumanträge aus der Türkei in Deutschland deutlich über dem Durchschnitt von 14,01 Prozent.
Rumänien und Spanien lehnen vergleichsweise wenige Anträge ab
Am anderen Ende der Statistik stehen Rumänien, Spanien und Bulgarien. Rumänien wies mit 3,19 Prozent die niedrigste Ablehnungsquote auf. In Spanien lag sie bei 5,94 Prozent, in Bulgarien bei 6,59 Prozent. Auch die Slowakei (6,94 Prozent), Portugal (7,70 Prozent) und Italien (8,39 Prozent) lagen unter der Marke von zehn Prozent.
Griechenland verzeichnete eine Ablehnungsquote von 10,19 Prozent, Frankreich kam auf 13,38 Prozent. Die Schweiz lag mit 14,49 Prozent leicht über dem angegebenen Gesamtdurchschnitt.
Deutschland erhielt besonders viele Anträge
Deutschland gehörte auch bei der Zahl der Visumanträge zu den wichtigsten Zielländern. Innerhalb des untersuchten Fünfjahreszeitraums wurden laut den veröffentlichten Daten 861.434 Anträge türkischer Staatsangehöriger registriert. Davon wurden 668.673 bewilligt und 181.490 abgelehnt. Die übrigen Fälle lassen sich anhand der im Bericht genannten Zahlen nicht eindeutig zuordnen.
Die Zahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Eine niedrigere Ablehnungsquote garantiert jedoch keine Bewilligung im Einzelfall: Entscheidend sind die jeweiligen Voraussetzungen und die Unterlagen des Antragstellers.