Die Europäische Union hat ein neues digitales Kontrollsystem für die Ein- und Ausreise in den Schengen-Raum eingeführt. Das sogenannte Entry-Exit-System (EES) ist ab sofort in allen 29 Schengen-Staaten in Kraft und betrifft Reisende, die keine EU-Bürger sind.
Künftig werden neben dem Reisepass auch biometrische Daten wie Fingerabdrücke und ein Foto erfasst. Ziel ist es, die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig Verstöße gegen die erlaubte Aufenthaltsdauer automatisch zu erkennen. Überziehungen werden digital registriert und direkt an die Grenzbehörden gemeldet.
Die Daten werden beim ersten Grenzübertritt gespeichert. Vor allem an Flughäfen erfolgt die Erfassung über spezielle Selbstbedienungskioske, an denen Reisende ihren Pass scannen sowie Fingerabdrücke und ein Foto abgeben müssen. Kinder unter 12 Jahren sind von der Fingerabgabe ausgenommen. Zusätzlich werden kurze Fragen zum Aufenthalt gestellt, etwa zum Reisezweck oder zu finanziellen Mitteln.
Ein Vorteil des Systems: Die Daten bleiben drei Jahre lang gespeichert, wodurch spätere Einreisen schneller abgewickelt werden können. Zudem entfällt künftig das Abstempeln von Pässen.
Allerdings sorgt die Umstellung bereits für Probleme. An vielen Grenzübergängen kam es zum Start zu längeren Wartezeiten. Um Engpässe zu vermeiden, hat die Europäische Kommission angekündigt, das System in Stoßzeiten vorübergehend aussetzen zu können.