Die historischen Schiffswracks aus den Kämpfen um die Dardanellen im Ersten Weltkrieg sollen künftig von Tauchern besucht werden können. Mit einer innovativen Technik sollen sie vor dem Zerfall bewahrt werden. Das jetzt unterzeichnete Projekt „Derin Miras“ (Tiefes Erbe) zielt darauf ab, die etwa 27 Wracks und zwei Riffe im Meerengengebiet von Çanakkale (Gallipoli) als nachhaltige Attraktion für den Unterwassertourismus zu entwickeln.
Der Kooperationsvertrag zwischen der örtlichen Denkmalbehörde und dem Konsortium der 1915 Çanakkale-Brücke wurde vergangene Woche auf der Wassersportmesse „Boot“ in Düsseldorf der Öffentlichkeit präsentiert. Im Mittelpunkt steht ein doppeltes Ziel: der Schutz des kulturellen Erbes und die Schaffung eines einzigartigen Tauchgebiets.
Zur Bewahrung der metallenen Wracks kommt ein umweltfreundliches Verfahren namens „kathodischer Schutz” zum Einsatz. Dabei werden die Wracks elektrochemisch vor Korrosion geschützt, ohne dass direkt in ihre Substanz eingegriffen werden muss. Laut den Projektverantwortlichen wird so auch verhindert, dass durch Rost freigesetzte Schwermetalle in die Umwelt gelangen. Die stabilisierten Wracks sollen zudem als künstliche Riffe neuen Lebensraum für marine Arten schaffen.
„Die Kriegsschiffwracks in der Tiefe der Dardanellen tragen nicht nur das Gedächtnis unserer Nation, sondern sind auch einzigartige Elemente des gemeinsamen kulturellen Erbes der Menschheit“, sagte Ismail Kasdemir, der Leiter der zuständigen Denkmalbehörde. „Derin Miras ist ein universelles Verantwortungsprojekt.“
Murat Sarıkaya, Finanzvorstand des Brückenkonsortiums, betonte das langfristige Engagement: „Dies wird ein Projekt sein, an dem wir viele Jahre lang beteiligt sein und das wir unterstützen werden.“ Man wolle nicht nur die historischen Werte schützen, sondern auch zur biologischen Vielfalt der Meerenge beitragen und die Region nachhaltig für den Tourismus entwickeln.
Mit der offiziellen Freigabe der 29 Unterwasserpunkte soll der „Geschichtliche Unterwasserpark Gallipoli“ zu einem der weltweit bedeutendsten Tauchziele für Geschichtsinteressierte werden. Das Projekt verbindet somit Denkmalpflege, Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung.