Russischer Ex-Söldner wegen Mordes an Ex-Frau und Tochter in Bodrum vor Gericht

Bild: DHA
04.04.2026 – 10:00 Uhr

In Bodrum (Muğla) steht der russische Ex-Söldner Andrej Kuslevic (49) erstmals vor Gericht, dem vorgeworfen wird, seine ehemalige Ehefrau Irina Dvizova (42) und deren Tochter Dayana Dvizova (15) getötet und in unzugänglichem Gelände entsorgt zu haben. Für den Mord verlangt die Staatsanwaltschaft zweimal lebenslange Haft.

Kuslevic erklärte vor Gericht: „Ich habe nicht die Absicht, das Land zu verlassen oder zu fliehen. Ich will, dass die Wahrheit ans Licht kommt.“ Er beantragte seine Freilassung unter Auflagen, etwa Hausarrest oder elektronische Fußfessel. Das Gericht lehnte dies ab und setzte den nächsten Verhandlungstermin auf den 13. Mai.

Die Tat ereignete sich am 23. November 2023. Familienangehörige fanden nach vergeblicher Kontaktaufnahme Blutspuren im Haus von Irina Dvizova in Konacık. Ermittler verfolgten Spuren des mutmaßlichen Täters bis zur Fundstelle in Tavşanburnu: Dort lagen die Leichen von Mutter und Tochter, in Tücher gewickelt, nur drei Meter voneinander entfernt.

Laut Polizei blieb Kuslevic nach der Tat etwa viereinhalb Stunden am Tatort, reinigte die Wohnung, verstaute die Leichen im Auto und reiste anschließend mit dem gemeinsamen Sohn nach Litauen. Danach brachte er die Leichen an einen Abhang zurück. Zusätzlich wurde festgestellt, dass Irina Dvizova drei Schussverletzungen erlitt, ihre Tochter Dayana zwei.

Die Familie startete eine Spendenkampagne in Russland, um die Überführung der Leichen nach Russland zu ermöglichen.

Kuslevic war nach internationalem Haftbefehl in Deutschland festgenommen und am 6. Februar nach Türkei zurückgeführt worden. Bei der Untersuchung tauchte ein Zeuge auf, der berichtete, Kuslevic habe bereits zuvor die Wohnung von Irina Dvizova gestürmt, weshalb es drei einstweilige Verfügungen gegen ihn gab.

Die Ermittlungen laufen weiter.