Rekordbeteiligung beim Weltraumkongress in Antalya: 18.642 Teilnehmer aus 111 Ländern

12.10.2026 – 15:00 Uhr

Der 77. Internationale Astronautische Kongress (IAC 2026) in Antalya hat laut der Türkischen Raumfahrtagentur (TUA) neue Bestmarken erreicht. An der vom 5. bis 9. Oktober im Antalya NEST Kongresszentrum stattfindenden Veranstaltung nahmen insgesamt 18.642 Personen aus 111 Ländern teil, darunter 7.604 Delegierte.

Der Kongress wurde von der International Astronautical Federation (IAF) organisiert und stand unter der Koordination des Ministeriums für Industrie und Technologie sowie der Trägerschaft der TUA und der Mitausrichtung von SAHA Istanbul. Bereits im Vorfeld verzeichneten die Organisatoren einen Rekord: Es wurden 8.330 wissenschaftliche Abstracts aus 108 Ländern eingereicht – so viele wie nie zuvor in der 77-jährigen Geschichte der Veranstaltung.

Erste Deklaration in der Kongressgeschichte

Als zentrales politisches Ergebnis des Kongresses wurde die sogenannte Antalya-Deklaration verabschiedet. Sie ging aus einem Treffen von Ministern und Parlamentariern hervor, das erstmals im Rahmen des IAC abgehalten wurde und unter der Leitung des türkischen Industrie- und Technologieministers Mehmet Fatih Kacır stattfand. Die Deklaration wurde am ersten Tag von 32 Teilnehmern aus 21 Ländern unterstützt.

Das Dokument zielt darauf ab, die globale Weltraumgovernance für die Zukunft zu gestalten und eine friedliche sowie gerechte Nutzung des Weltraums sicherzustellen. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen bekräftigt sie den Anspruch, den Weltraum als neutralen Raum für Frieden, nachhaltige Entwicklung und gemeinsames Menschheitserbe zu bewahren. Die Deklaration steht weiteren Staaten zur Unterzeichnung offen und soll allen Ländern eine gleichberechtigte Teilnahme an weltraumbezogenen Entwicklungen ermöglichen. In seiner Rede rief Präsident Recep Tayyip Erdoğan alle Staaten dazu auf, sich der Initiative anzuschließen.

Kulturdiplomatie und Zukunftstechnologien

Neben wissenschaftlichen und technologischen Inhalten bot der Kongress auch ein Rahmenprogramm zur Kulturdiplomatie. Unter der Schirmherrschaft von Emine Erdoğan, der Ehefrau des Präsidenten, wurde im Kongresszentrum der Raumfahrt-Themenmarkt „Anadoludakiler Bazaar – Space Mission“ eingerichtet. Dort wurden traditionelles Handwerk und Designs von Frauenkooperationen präsentiert. Im Ausstellungsbereich „Future Space“ wurden Tiefraumtechnologien, künstliche Intelligenz, autonome Systeme und neue Raketenentwürfe präsentiert. Dort fand auch die Erstaufführung der Dokumentation „Salda” der Nachrichtenagentur Anadolu statt. Zudem wurde die Ausstellung „Ufkun Ötesinde” des Forschungsrats TÜBİTAK präsentiert und ein Treffen von TEKNOFEST-Preisträgern mit Raumfahrtinteressierten organisiert.

Mehr als 11.000 Besucher am Publikumstag

Am letzten Kongresstag wurden die Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Nach Angaben der Organisatoren besuchten mehr als 11.000 Technikinteressierte, Studierende und Bürger den Publikumstag. Höhepunkt war eine Podiumsdiskussion mit Minister Kacır und Selçuk Bayraktar, dem Vorstandsvorsitzenden des Drohnenherstellers Baykar, unter dem Titel „Die Zukunft beginnt hier: Technologie, Weltraum und die neue Generation“. Themen waren unter anderem die nationale Technologieoffensive, die Tiefraumziele der Türkei und die Rolle der jungen Generation.

Abschluss im antiken Aspendos

Der fünftägige Kongress endete mit einer Abendveranstaltung im antiken Theater von Aspendos, die von einer Aufführung der Staatsoper und des Staatsballetts Antalya begleitet wurde. Im Rahmen dessen erfolgte die offizielle Übergabe der IAF-Flagge: Der nächste Kongress soll 2027 in der polnischen Stadt Poznań stattfinden, für 2029 wurde Genf als Austragungsort benannt.

Minister Kacır bezeichnete die Veranstaltung als die bislang größte und aufwendigste internationale Raumfahrtkonferenz. Es sei ein breites Themenspektrum von der Wissenschaft über Satelliten- und Starttechnologien bis zur bemannten Raumfahrt und Erdbeobachtung behandelt worden. Die Türkei stehe für „Frieden auf der Erde, Frieden im Weltraum“ und halte daran fest, den Weltraum nicht als Konfliktfeld, sondern als Raum für Zusammenarbeit zum Nutzen der Menschheit zu begreifen.